Grünewald: Rechtsextreme Uniräte lassen sich durch NS-Symposium nicht kaschieren

Wert des Symposions wird dadurch konterkariert

Wien (OTS) Es sei erfreulich, dass das Bildungsministerium das Symposium "Österreich und der Nationalsozialismus" veranstalte. "Der Wert dieses Symposions wird aber durch die erfolgte Bestellung nationaler Burschenschaftler mit teilweise eindeutiger rechtsextremer, großdeutscher Gesinnung zu Universitätsräten an verschiedensten österreichischen Universitäten konterkariert", so Kurt Grünewald, Wissenschaftssprecher der Grünen. Während an einigen Universitäten die notwendige Aufarbeitung der menschlich tragischen und wissenschaftlich verheerenden Auswirkungen des Nationalsozialismus auf die Wissenschaft in Österreich in vollem Gange sei, andere damit gerade beginnen, habe die Bundesregierung diesbezüglich offenbar wenig Sensibilität. "Mehrere der von der Regierung nominierten Universitätsräte sind laut Handbuch des österreichischen Rechtsextremismus eindeutig Mitglieder rechtsextremer und rechtsnationaler Burschenschaften, die sich nicht eindeutig von den Verbrechen des Nationalsozialismus distanziert hätten", erinnert Grünewald an die doppelte Moral des Wissenschaftsministeriums.

Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur habe dieses Symposium auf Wunsch des Nobelpreisträgers Eric Kandel in Auftrag gegeben, der statt offizieller Ehrungen eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit forderte. "Dieses Symposion droht aber zu einem Feigenblatt zu verkommen, wenn Gehrer die Bestellung dieser Uniräte mit dem missdeuteten Begriff der Universitas und des Pluralismus rechtfertigt. Auch die Wortmeldungen einzelner Regierungsmitglieder gegenüber den finanziellen Ansprüchen der israelitischen Kultusgemeinde sind schwer erträglich", so Grünewald.

Grünewald forderte die Regierung auf, den Erkenntnissen des Symposium unbedingt Taten folgen zu lassen und etwa den Vorschlag Anton Zeilingers aufzugreifen, schnellstens Gastprofessuren für vertriebene jüdische ForscherInnen einzurichten.

Schon die Antwort Gehrers auf eine Anfragebesprechung zur Bestellung der Uniräte im Nationalrat habe aber gezeigt, dass es keinerlei Gespür für diese heikle Thematik gäbe. Die Anfragebesprechung sei zurückgewiesen worden. Sie dokumentiere aber gut die politische Gesinnung der Verantwortlichen, so Grünewald.

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