LH Haider: Kulturelle Existenzsicherung der Volksgruppe ist zentrales Anliegen

Bund soll sich zu dauerhaften Finanzierungslösungen bei Kindergärten und Lehrern bekennen - Info-Offensive

Klagenfurt (LPD) - Die kulturelle Existenzsicherung der
Volksgruppe sei die große Herausforderung, sagte heute Landeshauptmann Jörg Haider im Volksgruppenbüro des Landes, wo dessen Leiter Vladimir Smrtnik eine Informationsoffensive präsentierte. Ortstafeln würden nicht helfen, wenn das kulturelle Leben oder die Sprache nicht (mehr)entsprechend gepflegt würden, damit sei der Erziehungs- und Bildungsbereich besonders angesprochen, so Haider.

Im Volksgruppenbüro wurden heute die neue Homepage (www.koroska.at) und eine Broschüre zum Thema "Die Kärntner Slowenen", erarbeitet von namhaften Historikern, vorgestellt. Der Landeshauptmann sagte, dass mit diesen Aktivitäten ein weiterer Schritt in die Normalisierung des Umgangs zwischen Mehrheit und Volksgruppe gesetzt und auch der Öffentlichkeit außerhalb Kärntens gezeigt werde, dass die Volksgruppe sehr wichtig sei.

Der Landeshauptmann übte Kritik am Bund. So konnte der Bundesanteil an der Finanzierung der Kindergärten durch Subventionen der Staatssekretärin Ursula Haubner nur provisorisch gesichert werden. Er erwarte sich, dass der Bund seine Verpflichtungen wahrnimmt und dauerhafte Lösungen umsetzt. Auch die Lehrerfinanzierung sei noch nicht geregelt, kritisierte Haider. Er erwarte sich hier nach Gesprächen mit der Bildungsministerin Gehrer rasch eine zufriedenstellende Lösung. Es reiche nicht, die eigene Volksgruppenpolitik in Europa zu loben, wenn nicht auch die zugesagten bzw. notwendigen Mittel bereitgestellt würden.

Das Land sei bereit, einen Dreijahresvertrag zur Finanzierung der zweisprachigen Musikschulen abzuschließen. Hinsichtlich des Volksgruppenradios erklärte der Landeshauptmann, dass dem ORF mehr finanzielle Beweglichkeit eingeräumt werden sollte, indem Werbebestimmungen gelockert werden.

Der Landeshauptmann erwähnte weiters eine Vielzahl von Initiativen der Nachbarschaftspolitik. So gebe es eine gute Gesprächsbasis mit dem slowenischen Staatspräsidenten und Regierungschef, der demnächst Kärnten besuchen werde. Das Land sei gemeinsam mit der Hypo dabei, Exportbüros zu eröffnen. Weiters sei an die Errichtung eines gemeinsamen Büros in Brüssel gedacht, an dem sich neben Kärnten auch die Steiermark, Friaul, Slowenien und Kroatien beteiligen sollten. Wie Smrtnik vorführte, sind via Internet auch Amtsformulare in der slowenischen Sprache herunterzuladen. Weiters wurde auf die bewährte Kulturwoche hingewiesen, die bewusst außerhalb des Siedlungsgebietes der Slowenen stattfindet und heuer in ihrer elften Auflage vom 9. bis 14. Juni in Radenthein und Bad Kleinkirchheim über die Bühne gehen wird.

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