Liesinger Grüne kritisieren nicht nachvollziehbare Planungsvorgänge rund um das Stadtentwicklungsprojekt Brauerei Liesing

Prognostizierte Überlastung gefährdet öffentlichen Busverkehr

Wien (Grüne) - Von einer ganz anderen Schlange spricht der stv. Klubobmann der Liesinger Grünen Georg Irsa im Zusammenhang mit der umstrittenen Bebauung der Brauereigründe in Liesing. "Es ist weniger der geschwungene, schlangenförmige Baukörper von Coop Himmelb(l)au, der uns Sorgen bereitet, sondern die prognostizierte über 1 km lange Autoschlange von Atzgersdorf bis zum Liesinger Platz am Nachmittag", so Irsa über das aktuelle Ergebnis einer von den Liesinger Grünen beauftragten Studie.

Die Liesinger Grünen hatten errechnen lassen, was 19% Überlastung am neuralgischen Punkt in Liesing -nämlich der Kreuzung am Liesinger Platz - bedeuten, wie sie von den Verkehrsplanern für die Nachmittagsspitzenstunde vorausgesagt werden. "Das heisst warten. Auch für die Fahrgäste der vier öffentlichen Buslinien von und nach Liesing." Betroffen davon sind die Buslinien 60A, 62A, 64A, 255 mit 22 Bussen pro Stunde und Richtung.

Akuter Erklärungsbedarf bei Stadtrat Schicker

Die Liesinger Grünen orten akuten Erklärungsbedarf bei Stadtplanungs-und Verkehrsstadtrat Schicker (SPÖ). Nach ausführlicher Recherche und Studie des Projektes erscheinen die Planungsvorgänge rund um eines der größten und wichtigsten Stadtentwicklungsprojekte Liesings alles andere als nachvollziehbar. "Da gibt es einen ersten Entwurf und eine Überarbeitung, um das Projekt verkehrsverträglich zu machen mit dem Ergebnis, dass im jetzigen Entwurf genau jene Nutzungen - nämlich das Einkaufszentrum und das Fitnesscenter - gleich geblieben sind bzw. erhöht wurden, die den meisten Autoverkehr erzeugen", ärgert sich Irsa beim Vergleich der beiden Varianten. "Und zur 'Abrundung' sind noch 15.600m² für Wohnungen hinzugekommen. Von den vollmundigen Ankündigungen von Stadtrat Schicker und Bezirksvorsteher Wurm, das Projekt umfeldverträglicher zu machen, bleibt bei genauem Hinsehen nichts übrig." Insgesamt fünf verschiedene ausgearbeitete Projektvarianten gibt es. In öffentlicher Auflage findet sich jetzt eine der problematischsten und nicht die verkehrsverträglichste.

Angesichts des bevorstehenden Verkehrs Chaos fordern die Liesinger Grünen ein weiteres "Abspecken" in Richtung Verkehrsverträglichkeit am Brauerei-Projekt, diesmal an den richtigen Stellen. Es sollen primär Wohnformen, beispielsweise SeniorInnenwohnungen oder StudentInnenwohnungen realisiert werden, die deutlich weniger Individualverkehr produzieren. Das Einkaufszentrum muss kleiner werden und es soll ein Teil des Areals als autofreie Wohnsiedlung gewidmet werden. Ein explizit autofreier Stadtteil hat sich bereits in Floridsdorf bewährt, wie internationale Berichterstattung und die nachgewiesene hohe Zufriedenheit der dortigen BewohnerInnen zeigt. Die besonderen Qualitäten beim autofreien Stadtteil in Floridsdorf ergaben sich aus der Verwendung der eingesparten Mittel aus den nicht errichteten Garagen in zusätzliche Einrichtungen (Freiraumgestaltung, Dachterrassen, Kinderhaus, Fitnessraum etc.).

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