Pensionsreform: Anrechnung überlanger Arbeitszeiten für Spitalsärzte gefordert

Nachbesserungen unumgänglich - Kogelbauer: Spitalsärzte ohne Abschläge mit 60 bzw. 65 in Pension

Wien (OTS) - Auch Spitalsärzte sollen mit Erreichen des normalen Pensionsalters von 60 bzw. 65 Jahren in Pension gehen können, ohne finanzielle Einbußen in Kauf nehmen zu müssen. So lautet die Forderung der Obfrau der Bundeskurie Angestellte Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Gabriele Kogelbauer, anlässlich der morgen anstehenden erneuten Beratungen über die Pensionsreform im Budgetausschuss des Nationalrats. Bei einer Adaptierung der geplanten Pensionsreform müsse es daher dringend Nachbesserungen für die unter besonderen Erschwernissen arbeitenden Spitalsärzte geben, urgiert Kogelbauer in einer Aussendung am Mittwoch. "Die überlangen Arbeitszeiten und schweren Nachtdienste der Spitalsärzte gehören auf deren künftige Pensionen angerechnet - etwa mittels eines höheren Steigerungsbetrags", so die Bundesobfrau der angestellten Ärzte. "Spitalsärztinnen und -ärzte dürften im Vergleich zu anderen hart arbeitenden Berufsgruppen bei der Pensionsreform nicht benachteiligt werden."

Nach der derzeitigen Regelung drohe jungen Spitalsärzten im Alter ein Kahlschlag bei den Pensionen, so die Bundesobfrau der Angestellten Ärzte. Da die Arbeit eines im Krankenhaus tätigen Arztes zahlreiche Erschwernisse, wie Nachtdienste, Überstunden und zusätzlich hohen Stress und Verantwortungsdruck mit sich bringe, werde auch der "fitteste Spitalsarzt" nicht in der Lage sein, solange zu arbeiten, wie es der verlängerte Durchrechnungszeitraum erfordere. Spitalsärzte arbeiten in den meisten Bundesländern durchschnittlich rund 60 Stunden die Woche und versehen sechs bis acht Nachtdienste monatlich. Dabei dürfen im Rahmen dieser Dienste bis zu 49 Stunden am Stück ohne nennenswerte Pausen gearbeitet werden.

Diese ständige Belastungsprobe bringe für Körper und Geist vorzeitige Verschleißerscheinungen mit sich, betont die Spitalsärztevertreterin. Es gebe keine akademische Berufsgruppe, die so viele Nachtdienste mache. Ein Nachtdienst bedeute bis zu zwei Tage und Nächte in ständiger Bereitschaft, unregelmäßige Einsatzzeiten und praktisch keine Erholungsphasen. Kogelbauer: " Die derzeitige Pensionsregelung ist vor diesem Hintergrund für Spitalsärzte völlig unzumutbar. Der Superarbeitnehmer muss erst noch erfunden werden, der unter den genannten Bedingungen bis ins hohe Alter arbeiten und sogar noch Nachtdienste erbringen kann. Die Pensionsreform muss so nachgebessert werden, dass auch Spitalsärzte, wie Angehörige anderer Berufsgruppen auch, ohne Abschläge mit 60 bzw. 65 Jahren in Pension gehen können." (Schluss)

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