ARMUTSKONFERENZ: Altersarmut verhindern, nicht produzieren!

Wien (OTS) - Verantwortung der Politik wäre: Anstieg der PensionistInnen unter der Armutsgrenze zu verhindern. Grundpension wie in Dänemark oder Schweden einzuführen. Gesundheitliche Risken von NiedrigeinkommensbezieherInnen im Alter zu vermindern.

Angesichts von 98 000 PensionistInnen in Armut, 230 000 Ausgleichzulagenbezieherinnen und 57 000 sozialhilfeunterstützten Menschen in Pflegeheimen fordert DIE ARMUTSKONFERENZ, das Anti-Armutsnetzwerk der österreichischen Sozialorganisationen:

1. "Den massiven Anstieg der MindestpensionistInnen zu verhindern. Das ist Armutsprävention. 2. Eine Grundpension wie in Dänemark, Niederlande oder Schweden einzuführen. Das ist Armutsbekämpfung. 3. Gesundheitliche Ungleichheiten für PensionistInnen mit geringen Einkommen auszugleichen Das ist Teilhabe und Integration.", so DIE ARMUTSKONFERENZ.

"Das Gegenteil davon ist, die unteren Mittelschichten im Alter an die Existenzgrenze zu bringen, Pensionskürzungen ohne Grundpension zu präsentieren und Gesundheitskosten für ärmerer PensionistInnen auf die jetzt schon überforderte Sozialhilfe abzuschieben", warnt Martin Schenk, Sozialexperte der Diakonie Österreich, vor aktuellen Fehlentwicklungen. "Eine 10% Deckelung ist keine Maßnahme der Armutsvermeidung, weil sie blind gegenüber Niedrigsteinkommen ist. Härtefonds sind Almosentöpfe und keine moderne Orientierung an sozialen Grundrechten."

"98 000 Pensionisten und Pensionistinnen leben in akuter Armut.", zitiert DIE ARMUTSKONFERENZ, deren Mitgliedsorganisationen im Jahr über 100 000 Hilfesuchende unterstützen, den aktuellen Sozialbericht des Sozialministeriums. "Von akuter Armut spricht man, wenn neben dem sehr geringen Einkommen große Probleme im Alltag auftreten:
Substandardwohnung und Überbelag, Kreditrückstände und Vereinsamung, sich Heizen, Essen und Wohnen nicht mehr leisten zu können, nicht in der Lage zu sein, abgenützte Kleider zu ersetzen, ein erhöhtes Krankheitsrisiko aufzuweisen: Arme sind doppelt so oft krank wie Nicht-Arme, so der Sozialexperte Schenk.

Eine Ausgleichzulage beziehen 230 000 PensionistInnen (11,7% der PensionsbezieherInnen). Damit leben sie an der Existenzgrenze. Die Ausgleichzulage beträgt 643 Euro. 72% der Ausgleichzulagenbezieher sind Frauen.

Zur Zeit leben 54 000 sozialhilfeunterstützte Personen in Altenwohn- und Pflegeheimen. Schenk: "Wenn man älter wird, steigt das Risiko zu erkranken. Auch das Risiko, auf andere angewiesen zu sein. PensionistInnen mit geringem Einkommen haben noch dazu ein erhöhtes Krankheitsrisiko und sind im Vergleich länger pflegebedürftig." Können sie die Pflege nicht bezahlen, schießt die Sozialhilfe zu.

"Kann es Ziel sein, möglichst viele MindestpensionistInnen zu produzieren? Armutsbekämpfung und ArmutsVERMEIDUNG gehen immer Hand in Hand. Die Prävention von Verarmungstendenzen wäre sozial effizient und volkswirtschaftlich vernünftig. Der sehenden Auges in Kauf genommene Anstieg der Altersarmut widerspricht den Grundpfeilern der europäischen Initiative der "Nationalen Aktionspläne gegen Armut", zu denen sich auch Österreich am EU-Gipfel von Nizza verpflichtet hat. Säule Zwei der Aktionspläne lautet: "Armutsvermeidung: die Prävention sozialer Ausgrenzung.", so DIE ARMUTSKONFERENZ.

DIE ARMUTSKONFERENZ. - Lobby derer, die keine Lobby haben. Frauenhäuser, Schuldnerberatung, Bewährungshilfe, Caritas, Diakonie, Kolpingwerk, Beratungsstellen für MigrantInnen, Wohnungslosenhilfe, Arbeitsloseninitiativen, Volkshilfe, Kath.Sozialakademie, Kath.Frauenbewegung, Soziale Unternehmen, Plattform der Alleinerziehenden,u.a.

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Die Armutskonferenz
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