AK: Neues Plakatprojekt untersucht Gastarbeitermythos

Der serbisch-kroatische Künstler Marko Lulic setzt sich mit dem "Kolaric"-Plakat aus den frühen 70ern auseinander

Wien (AK) - Der Künstler Marko Lulic stammt aus einer serbisch-kroatischen Migrantenfamilie und ist 1972 geboren. Sein Beitrag zum Billboardprojekt "Arbeitswelten" der AK Wien setzt sich mit dem berühmten "Kolaric" Plakat aus dem Jahr 1973 auseinander. Er untersucht den Gastarbeitermythos und stellt ihn zur Diskussion. Lulics Plakatprojekt beim Eingang des Haupthauses der Arbeiterkammer Wien in der Prinz Eugen Straße im vierten Bezirk arbeitet mit der seriellen Wiederholung des Originalplakats und einer Übersetzung ins Typografische, für die er die serbokroatische und eine der vielen eingedeutschten Schreibweisen des Namens Kolaric heranzieht.

Der historische Moment liegt 40 Jahre zurück: die Sozialpartner kamen überein, aus ökonomischen Gründen ArbeitsmigrantInnen nach Österreich zu holen. Die Geburtsstunde der "Gastarbeiter". 40 Jahre Assimilierung und Integration in das Arbeits- und Sozialleben waren, so scheint es, leider nicht genug. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind noch immer Thema gesellschaftspolitischer Auseinandersetzung. Grund genug, an den legendären Satz von Max Frisch zu erinnern:
"Arbeitskräfte haben wir gerufen, Menschen sind gekommen."

Das berühmte "Kolaric" Plakat stammt aus dem Jahr 1973, wurde für die Aktion "Mitmensch" entwickelt. Es sollte für bessere Integration der in Österreich lebenden und arbeitenden AusländerInnen werben, für Toleranz gegenüber den Fremden aus dem europäischen Südosten. Das Plakat zeigt einen großgewachsenen Mann, der tatsächlich Kolaric hieß und damals im Schlachthof St. Marx arbeitete, und einen österreichischen Knirps in Lederhosen, der die entwaffnende Frage stellt:"I haaß Kolaric, du haaßt Kolaric. Warum sogn’s zu dir Tschusch?". Die preisgekrönte Kampagne war ein außergewöhnlicher Erfolg, das Plakat gilt seither als Symbol und Ikone der "GastarbeiterInnen".

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