Junge Sommerfrische am alten Salzweg in Tirol

Dem "weißen Gold" auf der Spur im Alpengasthof "Zur Post" in Schattwald/Tirol

Mödling (OTS) - Endlich... die lange Zeit des tief hängenden Nebels und der Unbeständigkeit ist vorbei. Auch wenn Mutter Natur im Tiroler Tannheimertal immer etwas später dran ist - als Hochtal liegt es doch auf über 1.000 Meter Seehöhe - der Frühsommer ist auch auf den Bergen erwacht. Und dort, am Westende Tirols, in Sichtweite der bayrischen Kleinstädte Sonthofen und Pfronten, breitet sich ein Duft wohlriechender Gewürze und heimelige Atmosphäre aus. Keimzelle dieses seelischen und lukullischen Wohlbefindens ist "Oma Menghini-Mörzens Küche" im Alpengasthof "Zur Post" (http://www.gz-post.at) im Tiroler Dorf Schattwald zwischen Lechtal und Zugspitze. Dort haben die Menschen eine ganz besondere Beziehung zum elementarsten aller Gewürze aufgebaut: Salz, das "weiße Gold".

"Gedehnte" Augenblicke aus einer anderen Welt

Die Tradition des Hauses als Raststation und Pferdewechsel-Station, direkt an einem der wichtigsten, uralten Salztransportwege zwischen Deutschland und Italien gelegen, reicht schon mehr als 300 Jahre zurück. Der Alpengasthof "Zur Post" in Schattwald gilt heute als die älteste, im Originalzustand erhaltene, Gastwirtschaft des Thannheimer Tales. Im kommenden Jahr begeht der Familienbetrieb sein 350jähriges Gründungsjubiläum.

Rechtzeitig zum großen Ereignis hat sich das "Zur Post" einer baulichen "Frischzellenkur" unterzogen. Eine behutsam geglückte Restaurierung, denn im Lokal wirkt alles so, als wäre die Zeit schon seit ein paar hundert Jahren stehen geblieben - oder zumindest um einiges langsamer vergangen. Die "dehnbare Zeit" in Schattwald ... gerade im Frühsommer, der schönsten Zeit des Jahres, ein Vorteil für Besucher, die nach Rekreation suchen.

Salzspuren durchs Tannheimer Tal

Damals, im 17. und 18. Jahrhundert, war das im Tannheimer Tal noch etwas anderes. Die "dehnbare" Zeit resultierte damals nicht so sehr aus der Entdeckung der Langsamkeit, sondern hatte ihren Grund eher in der beschwerlichen Reisetätigkeit durch’s Alpenland. Vor allem, wenn man als Frächter unterwegs war und kiloweise Waren zu transportieren hatte. Nicht weniger als 300 Vorspannpferde tummelten sich einst täglich durch das Tiroler Tannheimertal - die Fuhrwerke prall beladen. Salz - zu jener Zeit wertvolle Gewürzware - wurde in Fässern von Deutschland nach Österreich, Italien und in die Schweiz geschafft. Heute erinnern noch einige Flurnamen an die Zeiten der Salzfrächterei. Wie die "Seanterweid", gleich in der Nähe des Alpengasthofs "Zur Post" in Schattwald.

Die Seanterweid wurde extra für den Salzhandel angelegt. Hier konnten - vor fast 350 Jahren - die zahlreichen Zugtiere des Tales sich von den Strapazen erholen und frische Kraft tanken. Die Fuhrmänner haben zwischenzeitlich den Weg in den Schattwalder Alpengasthof "Zur Post" - damals noch unter dem Namen "Gasthaus zur Traube" - gesucht und "Brotzeit" gehalten. In der Hochblüte des Salztransportes ("Salzrod") um 1660 zählte man im Tannheimertal pro Jahr fast 16.000 Fässer des weißen Pulvers. 23 bis 24 Kreuzer Fuhrlohn pro Fass wanderten dafür in die Geldbeutel der Frächter. Das entsprach etwa einem ganzen Taglohn eines fachlich qualifizierten Zimmerers oder Maurers zu dieser Zeit.

Das Geschäft mit dem "weißen Gold"

Der starke Frachtverkehr hielt sich recht lange. Selbst nach dem Bau der Arlbergstraße (um 1785) zogen italienische Kaufleute es vor, ihre Waren nach wie vor durch das Tannheimertal zu befördern. Neben Salz wurde nun auch Wein transportiert - und selbstverständlich kehrten die Salzfrächter auch nicht mit leerem Gespann heim. Ihren Wegelohn mussten die Fuhrleute ab 1780 in Vilsrain bei Schattwald entrichten. Dort war ein eigenes Bestandszollamt gebaut worden, das die bisherige Zollabfertigung im "Fort am Gaichtpaß" ablöste. In jedem Fall war das "weiße Gold" für verschiedene Seiten ein sehr einträgliches Geschäft, das erst mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes an Bedeutung verlor.

Sehr anschaulich dokumentiert die Geschichte der Salzstraße durch das Tannheimer Tal das Museum im Grünen Haus in Reutte. Das bäuerliche Leben im Tannheimer Tal präsentiert das Heimatmuseum in Tannheim. Vom Alpengasthof "Zur Post" aus sind es nur wenige Autominuten oder eine gemütliche Wanderstunde zu einer anschaulichen Tour durch die Vergangenheit. Prädestiniert für des Ausklang des Tages ist die Gaststube im Alpengasthof "Zur Post". Denn sie erinnert den Gast schon selbst an den liebevoll gepflegten Ausstellungsraum in einem Tiroler Museum. Passend zur gediegenen Ausstattung und Möblage des 19. Jahrhunderts reicht Juniorchefin Isolde Menghini-Mörz dem Gast, der es sich gerade am behaglich knisternden Kamin gemütlich gemacht hat, die pergamentgleiche Speisekarte "Aus Omas Kochbuch". Die Auswahl an tirolerisch verwurzelten und formidabel modern zubereiteten Speisen macht es einem leicht, die geschichtlichen Eindrücke zu verdauen.

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