Lunacek zu G8-Gipfel: Versprechungen gegenüber Entwicklungsländern endlich umsetzen

Abbau der subventionierten Agrarexporte im EU-Raum notwendig

 
Wien (OTS) "Solidarische Worte und Versprechungen hat es schon genug gegeben. Wenn die Industrieländer nicht endlich die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit verdoppeln, breit angelegte Entschuldungsmaßnahmen durchführen und die Subventionen für eigene Agrarexporte zurücknehmen, dann wird auch der nächste G8-Gipfel wieder nur resignierend feststellen können, dass noch zu wenig getan wird", betonte die außenpolitische Sprecherin der Grünen, Ulrike Lunacek.

Lunacek verurteilt die subventionierten Agrarexporte, vor allem von Seiten der EU und der Vereinigten Staaten: "Will man die Eigenversorgung der Bevölkerung steigern und damit Armut und Hunger bekämpfen, dann muß man diese Subventionen sofort abbauen. Ansonsten werden weiterhin lokale Märkte zerstört und Hunger und Elend nehmen trotz erhöhter Zahlungen der Entwicklungshilfe zu," warnt die außen-und entwicklungspolitische Sprecherin der Grünen.

Die beim letzten WTO-Gipfel in Doha festgelegten Ziele von Zoll- und Subventionsabbau sowie Handelserleichterungen für Entwicklungsländer seien noch immer nicht umgesetzt und es sei mehr als fraglich, ob dies wie von den G 8-Ländern versprochen, bis Ende 2004 geschehen wird. Von einem schlagkräftigen "Aktionsplan für Afrika", der die nötige zusätzliche Unterstützung bringen würde, war aber in Evian nichts zu erkennen.

Die NR-Abgeordnete der Grünen zeigt sich auch skeptisch gegenüber den Versprechungen der G 8, mehr für die Wasser- und Gesundheitsversorgung der Menschen in den ärmsten Ländern zu tun:
"Konkrete Zusagen für mehr Mittel wurden nicht gegeben." Der von der UNO ins Leben gerufene Globale Gesundheitsfonds geriete außerdem in Gefahr, von der Privatwirtschaft völlig dominiert zu werden.
 
Lunacek äußerte Bedauern und Ablehnung gegenüber den gewaltsamen Ausschreitungen vom vergangenen Samstag: "Dadurch wird der legitime und friedliche Protest von Zigtausenden Menschen gegen die einseitige wirtschaftliche Globalisierung, die die G8 in Evian repräsentieren, geschwächt," ist Lunacek angesichts der Medienbilder von vermummten Steinewerfern überzeugt.

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