Revolution in der Bluthochdruck-Definition!

Handlungsbedarf bereits ab 120/80 mm Hg!

Wien (OTS) - Bei der Pressekonferenz am 3. Juni 2003 informierten Experten des Lipidforum austriacum (LFA) über aufsehenerregende Erkenntnisse in der Hypertonie-Diagnostik.

Eine in Amerika durchgeführte Metaanalyse von über 60 epidemiologischen Studien, in die fast eine Million Menschen eingebunden waren, zeigte eindeutig: Blutdruck beginnt die Gefäßwände bereits viel früher zu schädigen als bisher angenommen! Deshalb gab die oberste amerikanische Gesundheitsbehörde neue verbindliche Richtlinien für die Definition der Hypertonie heraus. Galt bis jetzt ein Wert von bis zu 140/90 mm Hg als "noch normal", muss auf Grund der neuen Erkenntnisse jetzt bereits ab einem Blutdruck zwischen 120 und 140 mm Hg von einer "Vor-Bluthochdruck-Phase", der Prähypertension gesprochen werden. Österreich ist das erste europäische Land, das daran geht, die neuen amerikanischen Richtlinien zu adaptieren und umzusetzen.

Univ.-Prof. Dr. Hermann Toplak, Vizepräsident des LFA: "Das Ziel ist, Menschen in einer frühen Phase der Hypertonie zu erfassen und die drohende Hypertonie-Erkrankung mit all ihren Folgen rechtzeitig in den Griff zu bekommen. Und zwar nicht durch eine medikamentöse Therapie, sondern durch eine Lebensstiltherapie."

Lebensstiländerung wichtiger als bisher angenommen!

Nach heutigem Wissensstand kann davon ausgegangen werden, dass Bluthochdruck - ähnlich wie Diabetes - eine Folge von Störungen im Fettstoffwechsel und der Gefäßregulation ist. Prof. Toplak: "Wir essen zuviel, bewegen uns zuwenig und durch das Bemühen unseres Körpers, mit diesem permanenten Überangebot fertig zu werden, entsteht das Metabolische Syndrom: Bauchfettsucht, erhöhte Blutfettwerte, Diabetes und Bluthochdruck. Atherosklerotische Gefäßkomplikationen wie Herzinfarkt und Schlaganfall sind die gefürchteten Folgen. Kurz gesagt: Bluthochdruck muss als Wohlstandskrankheit betrachtet werden!"

Das Lipidforum austriacum empfiehlt daher einen modifizierten Fettkonsum und vermehrte Bewegung: eine Reduktion der gesättigten Fette in der Nahrung auf nicht mehr als 30 g Landtierfett pro Tag, vermehrter Fischkonsum, die Verwendung von Oliven- und Rapsöl sowie mehr Obst und Gemüse. 5% weniger gesättigtes Fett in der Nahrung bedeutet eine Reduktion des Herz-Kreislauferkrankungs-Risikos um 42%!

Kardiologe Univ.-Doz. Dr. Otto Traindl: "Das Positive daran ist, dass sich die Lebensstiländerung gleichzeitig günstig auf die oft begleitenden Risikofaktoren Cholesterin und Blutzucker auswirkt."

Zahlen und Fakten

Univ.-Prof. Dr. Gert Mayer, Präsident der österreichischen Hypertoniegesellschaft: "Jeder vierte Österreicher leidet an Bluthochdruck. Das sind 2 Millionen Österreicher! Von diesen 2 Millionen weiß aber nur die Hälfte, also rund 1 Million, von ihrer Erkrankung. Während die Zahl der Hypertoniker in den Vereinigten Staaten in den letzten Jahren abgenommen hat, ist die Häufigkeit der Erkrankung in Europa nach wie vor sehr hoch." Auf Grund der neuen Erkenntnisse muss die Empfehlung lauten: Auf Bluthochdruck früher und effizient reagieren (mit einer Lebensstiländerung) und - bei fehlendem Erfolg - rechtzeitig pharmakologisch behandeln.

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Barbara Urban
Medienberaterin des Lipidforum austriacum
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