ÖGB: 60 Prozent der ÖsterreicherInnen halten Entgegenkommen der Regierung für "zu gering"

Laut IFES-Umfrage sind weiterhin 80 Prozent für Herbsttermin

Wien (ÖGB). Laut einer aktuellen IFES-Umfrage vom 30. Mai unter 1.000 ÖsterreicherInnen war das Entgegenkommen der Regierung bei den Verhandlungen zur Pensionsreform für 60 Prozent der Bevölkerung "zu gering", für 19 Prozent "gerade richtig" und für acht Prozent "zu weitgehend". 43 Prozent der ÖsterreicherInnen sehen die Hauptschuld am Scheitern der Verhandlungen bei Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Die ÖGB-Forderung, die Pensionsreform auf den Herbst zu verschieben wird weiterhin von 80 Prozent der Bevölkerung befürwortet.++++

Wie wohl die Mehrheit der ÖsterreicherInnen grundsätzlich eine Pensionsreform für notwendig hält, ist sie ebenso vehement gegen den von der Regierung eingeschlagenen Umsetzungsweg: Nachdem die Verhandlungen ergebnislos beendet wurden, antworten auf die Frage "Sollte die Regierung die Pensionsreform bis Herbst zurückstellen und die Sozialpartner zur Erstellung eines Alternativkonzeptes einladen?", 80 Prozent mit ja. Nur 16 Prozent meinen, "die Regierung sollte die Pensionsreform auch gegen den Widerstand der Gewerkschaft wie geplant im Juni durchziehen".

Die Hauptschuld am Scheitern der Verhandlungen sehen 43 Prozent bei Bundeskanzler Schüssel, 15 Prozent bei ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch und 28 Prozent "bei beiden".

Für die absolute Mehrheit ist der gewerkschaftliche Widerstand gegen den Regierungsvorschlag zur Pensionsreform gerechtfertigt. 53 Prozent der Bevölkerung halten den Streik am 3. Juni für gerechtfertigt, bei den Unselbständig Beschäftigten sind es 58 Prozent, bei den unter-30-Jährigen sogar 68 Prozent. Das ist ein Zeichen dafür, dass die aktuelle Debatte um die Pensionsreform immer stärker auch bei Jungen Menschen Betroffenheit auslöst.

Die persönliche Teilnahmebereitschaft an einem Streik ist bei den unselbständig Beschäftigten auch nach der Beendigung der Verhandlungen unverändert hoch: 42 Prozent geben an "sicher" bzw "eher schon" am Streik teilnehmen zu wollen. Bei den öffentlich Bediensteten sind es 55 Prozent. Damit ist die persönliche Teilnahmebereitschaft laut Vergleichsumfragen seit dem 23. April auf konstant hohem Niveau. Das ist ein Anzeichen dafür, dass die Mehrheit mit dem jetzigen Ergebnis der Pensionsreformdiskussion nicht zufrieden ist.

ÖGB, 2. Juni 2003
Nr. 465

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