AK: Gute Ausbildung für Junge ist Grundlage für lebenslanges Lernen

Schule muss Grundlagen für lebenslanges Lernen schaffen

Wien (AK) - 7.000 15-Jährige machen Jahr für Jahr nach der Schule keine weitere Ausbildung. 5000 Jugendliche verlassen die Schule ohne positiven Schulabschluss. 6.000 Jugendliche finden keinen Platz an einer berufsbildenden Schule. "Diese Zahlen sind ein Alarmsignal für die Ausbildungssituation bei den Jungen", sagt Johanna Ettl, Leiterin des Bereiches Bildung in der AK Wien bei der heutigen Veranstaltung "Lebenslanges Lernen und Schule". "So können keine Grundlagen für lebenslanges Lernen gelegt werden, was aber bei der heutigen Arbeitsmarktsituation unerlässlich ist", so Ettl. Dazu kommt noch die prekäre Budgetsituation auf Grund des Budgets 2003/2004: Denn der bringt heuer nur eine geringfügige Erhöhung des Schulbudgets von 1,4 Prozent und 2004 sogar nur eine um 0,5 Prozent. Das bedeutet im Klartext, dass die Ausgaben für die Schulen real gekürzt werden. Zu befürchten ist unter anderem eine Erhöhung der Klassenschülerzahlen, eine Auflösung oder Zusammenlegung von ländlichen Kleinschulen und eine Reduktion der Angebote zur individuellen Begabungsförderung. "Die Grundlagen für lebenslanges Lernen werden schon in der Schule gelegt, dafür müssen jedoch auch die Voraussetzungen geschaffen werden", sagt Ettl.

Das Budget 2003/2004 bringt für heuer nur eine geringfügige Erhöhung des Schulbudgets von 1,4 Prozent und für 2004 sogar nur eine Erhöhung von 0,5 Prozent, Das bedeutet, dass die Ausgaben für die Schulen real gekürzt werden. Durch die Kürzungen der Unterrichtsstunden sollen im Bundesschulbereich 117,5 Millionen Euro eingespart werden. Seit dem Jahr 2000 wurden ca. 2.700 Bundeslehrerdienstposten eingespart, obwohl es in diesem Bereich steigende Schülerzahlen gibt. Das wird zu einer Erhöhung der Klassenschülerzahlen und zu einer Auflösung und Zusammenlegung von ländlichen Kleinschulen führen. Eine weitere Konsequenz ist eine Reduktion von Lehrerstunden bei ganztätigen Schulformen und als Folge eine Erhöhung der Betreuungskosten für Eltern. Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache und lernschwächere Kinder werden weniger Fördermaßnahmen erhalten, auch die Angebote zur individuellen Begabungsförderung wird reduziert.

"Damit alle Jungen Zukunft haben, brauchen wir eine Offensive in der Jugendausbildung", sagt Ettl. Denn eine gute Ausbildung ist die Voraussetzung für Lust und Motivation, sich auch im späteren Berufsleben weiterbilden zu können und zu wollen. Die AK fordert daher:

+ Ausreichend Plätze an den berufsbildenden Schulen: Die AK fordert 5 neue berufsbildende Schulen in Österreich. Das Repetierverbot muss aufgehoben werden. Und es muss Schluss sein mit der gesetzwidrigen Praxis, dass in vielen Klassen die zulässige Schülerhöchstzahl überschritten wird.

Um das lebenslange Lernen auch für Erwachsene zu erleichtern, fordert die AK:

+ Der Erwerb des Hauptschulabschlusses, eines Lehrabschlusses oder der Berufsreifeprüfung soll für Erwachsene ohne Gebühren möglich sein.
+ Die Bundesregierung soll vorerst 100 Mio € zusätzlich zur Förderung der Weiterbildung zur Verfügung stellen.
+ Eine einkommensabhängige "Bildungsprämie" soll vor allem einkommensschwächeren ArbeitnehmerInnen die Teilnahme am lebenslangen Lernen ermöglichen.
+ Jede/r ArbeitnehmerIn sollte einen Anspruch auf 35 Stunden Weiterbildung pro Jahr in der Arbeitszeit haben.
+ Ein "Gütesiegel für Weiterbildung" soll die Qualität des Weiterbildungsangebotes sichern.
+ Eine gebührenfreie, objektive Bildungsberatung und -information soll bei einem zunehmend unübersichtlichem "Weiterbildungsmarkt" Orientierung bieten.

Die Grundlagen für das lebenslange Lernen müssen schon in der Schule geschaffen werden. Noch verlieren die SchülerInnen umso mehr das Interesse und den Spaß am Lernen, je länger sie in der Schule sind, berichtete auf der AK Veranstaltung Hilde Spiel, Wiener Uni-Professorin für Bildungspsyschologie und Evaluation und Mitglied der Zukunftskommission des Bildungsministeriums "Schule neu denken".

(Forts.)

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