Mehr Eigenkapital in der Werbebranche durch Steuerreform

FV Werbung: "Geplante Halbierung des Steuersatzes auf nicht entnommenen Gewinn Verhandlungserfolg der Wirtschaftskammer" -Abschaffung der Werbeabgabe weiter prioritäres Ziel

Wien (PWK348) - Der Fachverband Werbung begrüßt den Verhandlungserfolg der Wirtschaftskammer im Zusammenhang mit der Halbierung des Steuersatzes auf nicht entnommenen Gewinn und sieht seine Mitgliedsfirmen "unter den Hauptgewinnern der geplanten Umsetzung unserer jahrelang erhobenen Forderung", so Bundesobmann Walter Ruttinger.

"Natürlich bleibt die Abschaffung der fünfprozentigen Werbeabgabe prioritäres Ziel der Kommunikationsbranche", stellt der Fachverbandsobmann klar. "Die Weichen zur Abschaffung per 1.1.2005 sind politisch gestellt - essenziell für unsere Kammerwahl im März 2005", spielt er auf die angepeilte Zufriedenheit der dann voraussichtlich drittgrößten Berufsgruppe in der Wirtschaftskammer mit ihrer obersten Standesvertretung an.

Neben der Werbeabgabe wird seitens des Fachverbandes Werbung+Marktkommunikation aber auch die Abschaffung der Darlehens-und Kreditvertragsgebühr, eines ebenfalls rein österreichischen Unikums, begehrt. Immerhin arbeitet die Werbebranche im Schnitt mit über 80 Prozent, bei der Abwicklung und Vorfinanzierung großer Mediakampagnen fast ausschließlich mit Fremdkapital, sprich Bankkrediten. "Die Vorfeldprüfungen der Banken von Kreditnehmern nach den Basel II-Kriterien führen bei Eigenkapitalmangel zum Credit Crunch", analysiert Ruttinger, der für die kommenden Jahre dringenden Handlungsbedarf zur Stärkung der Finanzen seiner Branche sieht.

Er verweist auf seine letzten Sommer durchgeführte repräsentative Branchenumfrage. Hierbei führen die Forderungen nach Abschaffung der Werbeabgabe (80 Prozent), jene nach Senkung der Lohnnebenkosten sowie die Forderung nach "weniger Steuer auf nicht
entnommenen Gewinn" (78 Prozent) die Prioritätenliste an, die an die Politik herangetragen wurde.

Entlastung ab 1.1.2004 geplant: Der derzeit ausverhandelte Modus der steuerlichen Entlastung für nicht entnommenen Gewinn wird im Fachverband als ein großer Schritt zur dringend notwendigen Eigenkapitalbildung gesehen, "gerade für tausende unserer
kleineren Mitgliedsfirmen wie maßgeschneidert", so Ruttinger, "mit der
Einschränkung, dass der 100.000 Euro überschreitende Gewinnanteil wieder
dem normalen Steuersatz unterliegt". Gewerbebetriebe, die diese Begünstigungsregelung ganz oder teilweise ausschöpfen, dürfen sich ab 2004 über den halben Steuersatz zur Eigenkapitalstärkung verwenden. Allerdings wird seitens des Fachverbandes sehr wohl erkannt, dass ein beachtlicher Teil aller Gewerbebetriebe in Österreich niedrige Gewinne oder gar Verluste aufweisen, also von der Regelung in Anbetracht der Notwendigkeit von Privatentnahmen wenig profitieren. Dennoch zeigt eine
Analyse der Finanzjahre 1999 bis 2001 bei etwa 500 bilanzveröffentlichungspflichtigen, größeren Werbebetrieben ein durchschnittliches EGT von ca. 5,7 Prozent. "Auf längere Sicht spart Eigenkapital Zinsen, wirkt dadurch rentabilitätsfördernd und senkt zusätzlich die Abhängigkeit von der Fremdfinanzierung", freut sich Fachverbandschef Ruttinger, der das Budgetbegleitgesetz 2003, welches die lang geforderte Besserstellung für nicht entnommene Gewinne beinhaltet, begrüßt. ( JR )

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Wirtschaftskammer Österreich
Walter Ruttinger
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