GLOBAL 2000: Verbund importiert nachhaltig Atomstrom

Nachhaltigkeitsbericht ist deutlich schöngefärbt - Verkauf an Atomstromkonzerne droht

Wien (OTS) - Anlässlich des heute vom Verbund-Konzern präsentierten Nachhaltigkeitsberichts stellt die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 klar, dass dieser entscheidende Lücken enthält. So wird zwar richtig dargestellt, dass der Verbund in der Herstellung 90 Prozent des Stromes aus Wasserkraft und 10 Prozent aus Wärmekraftwerken gewinnt. "Doch das ist nur die halbe Wahrheit:
Denn etwa 30.000 Gigawattstunden (GWh) Eigenerzeugung stehen 70.000 GWh vom Verbund verkauftem Strom gegenüber", ärgert sich Heinz Högelsberger, Energiereferent von GLOBAL 2000. "Der Verbund muss daher auf dem europäischen Markt Strom zukaufen. Dies führt dazu, dass der Atomstromanteil vom Verbund bei ca. 20 Prozent liegt. Diese Praxis muss endlich beendet werden, sonst kann nicht von einem nachhaltigen Unternehmen gesprochen werden." Hier muss die Republik Österreich als Mehrheitseigentümer endlich die Verantwortung übernehmen. "Umweltminister Pröll muss sich beim bundeseigenen Energiekonzern für Atomstromfreiheit einsetzen, sonst wird er unglaubwürdig", verlangt Högelsberger.

Fraglich ist allerdings, ob Österreich diesen Einfluss überhaupt nutzen will. "Auf der einen Seite wird zwar die Österreichische Stromlösung inklusive Verbund als Schutz für die heimische Wasserkraft propagiert. Auf der anderen Seite lässt aber die bisherige Praxis der Atomstromimporte dies nicht eben glaubwürdig erscheinen", so Högelsberger. "Außerdem plant die Bundesregierung, die Mehrheit der Anteile am Verbund zu verkaufen." Das Bundesgesetz, das die öffentliche Mehrheit an den Stromversorgern vorschreibt, soll mit dem Ziel geändert werden, Anteile am Verbund verkaufen zu können. "Wir appellieren an die Bundesregierung, ihren Einfluss für einen atomstromfreien Verbundkonzern zu nutzen, statt die Mehrheit zu verkaufen und in die Hände von Atomstromkonzerne zu spielen", so Högelsberger abschließend.

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