Science for Creative Industries: Grüne warnen vor ausschließlich wirtschaftlicher Orientierung

Sommer Smolik: "Wissenschaftspolitik ist mehr als Wirtschaftsförderungspolitik"

Wien (Grüne) - "Besorgt" zeigt sich Claudia Sommer-Smolik, Wissenschaftssprecherin der Wiener Grünen und Kuratoriumsmitglied des Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF), über die mögliche, ausschließlich wirtschaftliche Orientierung des Calls Science for Creative Industries. "Der Call hat prinzipiell das Potenzial, interessante Verknüpfungen zwischen Kultur, Kreativität und Anwendung zu schaffen. Eine Einschränkung auf wirtschaftliche Verwertbarkeit statt einer Öffnung für sozialen, kulturellen oder etwa stadtplanerischen Nutzen der Projekte wäre eine Verarmung dieses Instruments und problematisch für die wissenschaftliche und kulturelle Entwicklung." Die Grünen bezweifeln, dass sich WissenschaftlerInnen, die auf andere gesellschaftliche Nutzen ausgerichtet sind, durch die bislang veröffentlichten Informationen zu diesem Call, der eigentlich offener konzipiert ist, angesprochen fühlen.

Für wesentlich hält Sommer-Smolik, dass im Rahmen dieses Call's auch reflexive Projekte in größerem Ausmaß gefördert werden, wie dies laut Geschäftsführer des Fonds prinzipiell möglich ist. "Es geht auch darum, fundiert hinzusehen, welche Konsequenzen welche Entwicklungen von Creative Industries in anderen Ländern bereits hatten, welcher kulturelle Wandel und welche Kosten damit verbunden sind." Sommer-Smolik betont, dass Wissenschaftspolitik mehr ist als Wirtschaftsförderungspolitik. "Der Wiener Wissenschafts-, Forschungs-und Technologiefonds muss auch andere als wirtschaftspolitische Zielsetzungen haben. Er darf aber nicht zum Anhängsel des Wirtschaftsförderungsfonds werden oder auf ein Instrument der Standortpolitik reduziert werden."

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