Grüne: Bundesheer tötete jahrelang Tiere mit chemischen Kampfstoffen

Petrovic fordert disziplinäre Maßnahmen gegen Bundesheerangehörige

St. Pölten (Grüne) - "Als unerträglich und durch nichts zu rechtfertigen", empfindet die Klubobfrau der NÖ Grünen, Madeleine Petrovic, die Tatsache, dass jahrelang Tiere mit chemischen Kampfstoffen getötet wurden. Österreichische Soldaten haben zusammen mit Streitkräften der tschechischen Republik im tschechischen Vyskov Tiertötungen mit Kampfstoffen durchgeführt. Erst massive interne Kritik hat dazu geführt, dass derartige Versuche für Angehörige des Bundesheeres verboten wurden. Petrovic: "Die Verantwortlichen im Bundesheer haben offensichtlich genau gewusst, dass derartige Versuche auf österreichischem Gebiet weder moralisch noch rechtlich zu rechtfertigen sind, darum sind sie nach Tschechien ausgewichen."

Im September 2002 wurden nach heftigen Protesten innerhalb des Bundesheeres die Versuche durch den Bundesminister per Weisung abgestellt. Die Grünen sind im Besitz dieses Schreibens. Auszug:
"...Die für die Durchführung der Ausbildung verantwortlichen Stellen wurden angewiesen unverzüglich sicherzustellen, dass im Rahmen der Ausbildung österreichischer Soldaten bei den Streitkräften der TSCHECHISCHEN REPUBLIK in VYSKOV keine Tiertötung erfolgen..." (info unter http://noe.gruene.at)

Die Grünen fordern darüber hinaus disziplinarrechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen im Bereich des Bundesheeres. "Es kann nicht sein, dass ein derartig gravierendes Fehlverhalten lediglich mit einer Weisung erledigt ist. Es gibt keine Entschuldigung für derartige Taten", so die Grüne Klubobfrau. Nach Ansicht der Grünen kann die Ausbildung mit Kampfstoffen durch die Vorführung eines Videos erfolgen. Es ist absolut nicht notwendig, Menschen oder Tiere Kampfstoffen auszusetzen.

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