Wiener Grüne/Chorherr: Aufhebung der Radwegbenützungspflicht am Streiktag notwendig

Chorherr: "Keine weiteren Schmalspurvarianten bei Radwegen."

Wien (Grüne) - Der letzte Streiktag am 6. Mai hat es eindrucksvoll bewiesen: Das Potential für das Radfahren in der Stadt Wien ist noch viel größer als angenommen. Viele WienerInnen begreifen, dass das Fahrrad auf kurzen Strecken das ideale Verkehrsmittel ist. Nicht nur am Streiktag. In Ballungsräumen ist man mit dem Fahrrad bei Strecken bis zu fünf Kilometer in der Regel schneller am Ziel als mit dem Auto. "Das Bild von RadlerInnen in Anzug und Krawatte darf keine Ausnahme bleiben und ist in vielen Städten Alltag. Morgen ist wieder mit zumindest dem doppelten Radverkehrsaufkommen zu rechnen", so der Grüne Klubobmann Christoph Chorherr.

Leider bewies der 6. Mai auch, daß das derzeitige Radwegenetz große Schwächen aufweist. Zu schmale Radwege, zu viele gefährliche Zweirichtungsradwege und kaum Aufstellflächen auf Radwegen für RadlerInnen vor Ampeln, führten zu einer Reihe von - zum Glück glimpflich verlaufenden - Unfällen bei den "GelegenheitsradlerInnen". Kein Wunder, liegen immerhin 18 (!) von 34 Rad-Unfallschwerpunkten in Wien auf dem, bereits bei normalem Verkehrsaufkommen, völlig überlasteten Ringradweg.

"Mittelfristig darf Stadtrat Schicker beim Radwegenetzausbau keine weiteren Schmalspurvarianten zulassen - wie jetzt etwa beim Wiental, wo ein Radfleckerlteppich der Idee eines durchgehenden Radweges von Hütteldorf bis Donaukanal im Bett des Wienflusses vorgezogen werden dürfte", fordert Chorherr. "Und um die Sicherheit der RadlerInnen am morgigen Streiktag kurzfristig zu erhöhen, soll Stadtrat Schicker für morgen die Radwegbenützungspflicht aufheben. Immerhin hat er das Fahrverbot für Privat-Kfzs auf Bus- und Taxispuren auch schon kurzfristig aufgehoben." Alltagsverkehrerprobte RadlerInnen kommen morgen sicherlich viel schneller und sicherer auf der Fahrbahn voran und das Gedränge auf den unterdimensionierten Wiener Radwegen wäre dadurch kleiner.

In diesem Zusammenhang erinnert Chorherr daran, daß sich der Wiener Gemeinderat bereits 1997 in einem von allen 5 Parteien angenommenen Antrag an den Nationalrat für die Aufhebung der Radwegbenützungspflicht ausgesprochen hat. "Ich hoffe, daß Stadtrat Schicker auch weiterhin dieses Ziel des Wiener Gemeinderates mit aller Kraft verfolgt", so Chorherr. In Deutschland gibt es zumindest eine eingeschränkte Radwegbenützungspflicht. Das bedeutet, daß die Benützungspflicht nur für Radwege gilt, die bestimmten Qualitätsstandards entsprechen. "Würde in Österreich eine analoge Regelung gelten, so käme dies bereits einer weitgehenden Aufhebung der Radwegbenützungspflicht in Wien gleich, nachdem es in Wien nur wenige Radwege gibt, die diesen Qualitätsstandards genügen würden", so Chorherr abschließend.

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