Alkolenker haben Hochsaison

Vergangenes Wochenende raste wieder ein Alkolenker in eine Kindergruppe. KfV fordert erneut den Punkeführerschein!

Wien (OTS) - Eine der zahlreichen Unfallursachen am vergangenen Wochenende war Alkohol am Steuer. In der Nacht zum Feiertag kam ein schwer alkoholisierter 20-jähriger Autolenker mit seinem Fahrzeug von der Straße ab und prallte gegen einen Baum. Die mitgefahrene 16-jährige Freundin des Unfalllenkers musste von der Feuerwehr aus dem Wrack geschnitten werden. Der Autofahrer und sein 22-jähriger Bruder wurden leicht verletzt. Beim Fahrer wurden 1,6 Promille Alkohol im Blut festgestellt. Einige Stunden später raste ein junger Türke nach einer durchzechten Nacht in eine Gruppe von Kindern. Ein zehnjähriger Bub wurde verletzt, zu Tode kam zum Glück niemand.

KfV: Vermehrter Einsatz der Exekutive
Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) fordert härtere Maßnahmen gegen hoch gefährliche Alko-Sünder:
"Wie man aus den Medien erkennen kann handelt es sich bei dem Fall mit dem Kind um keinen Einzelfall. Ein paar Wochen zuvor, raste ein alkoholisierter Lenker in eine Gruppe von Kindern und tötete dabei einen neunjährigen Buben. Immer wieder handeln alkoholisierte Autofahrer unverantwortlich und lebensbedrohend und verursachen katastrophale Unfälle. Um verantwortungslose Verkehrsrowdies zu stoppen, sind auch die derzeitigen Strafen nicht ausreichend. Es bedarf einer nachhaltigen Verhaltensänderung, die durch Nachschulungs-Maßnahmen, aber auch durch ein maßgeschneidertes Punktesystem für verhaltensauffällige Lenker zu erzielen ist."

Laut KfV hätte ein Punktesystem sowohl general- und spezialpräventive Wirkung und wird in Frankreich, Großbritannien und Deutschland bereits erfolgreich durchgeführt. Die Probleme Alkohol am Steuer, Geisterfahrer, Drogen und Rasen könnten damit an der Wurzel gepackt werden. Thann: "Punktgenaue Kontrollen, Bewusstseinsbildung und die Einführung von Vortestgeräten sind wirkungsvolle Maßnahmen gegen das tödliche Übel schwer alkoholisierte Lenker."

Negative Bilanz: Alkoholunfälle wieder im Steigen
Laut Unfallbilanz 2002 gab es in Österreich 2.736 Alkohol-Unfälle, 3.901 Personen wurden dabei verletzt und 92 getötet. Das bedeutet einen Anstieg zum Vergleichszeitraum des Vorjahres um rund sieben Prozent bei den Unfällen, um elf Prozent bei den Verletzten und um 35(!) Prozent bei der Anzahl der Getöteten. Bei den alkoholisierten männlichen Lenkern zwischen 18 und 24 Jahren betrug der Anteil an den Alkohol-Unfällen 26 Prozent. Männer nehmen als alkoholisierte Lenker nach wie vor den Spitzenplatz in der Statistik ein.

KfV-Psychologe Dr. Werner Klemenjak, rät allen Zeltfestbesuchern nicht fahrlässig zu handeln: "Wer gerne trinkt sollte sich unbedingt noch im nüchternen Zustand darüber Gedanken machen wie er sicher nach Hause gebracht werden kann. Am nächsten Tag kann die Einsicht nämlich schon zu spät sein."

15 Todesopfer im Straßenverkehr währende der vergangenen Woche, davon 9 am Wochenende
Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche

verloren 11 Pkw-Insassen (davon 9 Lenker) und 4 Motorrad-Lenker ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen

Verkehrsunfälle mussten nichtangepasste Fahrgeschwindigkeit (7), Überholen (2) und Fahrfehler (1) festgestellt werden. Bei 4 Verkehrsunfällen konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. 8 der 14 Unfälle waren Alleinunfälle. Vier tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet.
Vom 1. Jänner bis zum 1. Juni dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 307 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende April), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 329 Menschen tödlich.

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