PRÖLL: NACHHALTIGKEIT IST FÜR UNTERNEHMEN WICHTIGER ERFOLGSFAKTOR

Nachhaltigkeitsbericht des Verbunds ist Beispiel für Neuorientierung von Unternehmen

Wien (OTS) Mit der Präsentation seines ersten Nachhaltigkeitsberichts zeigt der "Verbund", dass er die Chancen einer nachhaltigen Unternehmensausrichtung erkannt hat. Ein Nachhaltigkeitsbericht ist das sichtbare Ergebnis einer Unternehmensphilosophie, die Umweltverträglichkeit, soziale Verantwortung und erfolgreiches Wirtschaften verknüpft. "Ich bin mir sicher, dass dieses positive Beispiel anderen Unternehmen vor Augen führt, dass sich eine nachhaltige Ausrichtung auch für ihr Unternehmen rechnet", begrüßte Landwirtschafts- und Umweltminister DI Josef Pröll die Initiative des größten Elektrizitätsunternehmens Österreich anlässlich der Präsentation .****

Die Bundesregierung hat vor einem Jahr die österreichische Nachhaltigkeitsstrategie beschlossen, um auf die Herausforderungen wie Klimawandel, Globalisierung und Armuts-bekämpfung zu reagieren. Die Strategie beschreibt Ziele und Maßnahmen zur Vernetzung von Umwelt-, Wirtschafts-, Beschäftigungs- und Sozialpolitik. Die Nachhaltigkeitsstrategie kann aber nur dann ein Erfolg werden, wenn sie den Schritt von der Willenserklärung hin zur konkreten Umsetzung schafft. "Politik, öffentliche Verwaltung, Konsument/innen und Unternehmen – wir alle haben es in unserer Hand, Nachhaltigkeit von der Vision zur Realität zu machen", so der Minister weiter.

Ganz besonders erfreulich ist es, dass die Wirtschaft immer öfter erkennt, dass sich Nachhaltigkeit rechnet und auch marktwirtschaftliche Vorteile bringt. Immer mehr Konsument/innen achten beim Kauf von Produkten und Dienstleistungen auf soziale und ökologische Kriterien. Insbesondere auf den Kapitalmärkten beeinflusst der Nachweis von nachhaltigem Wirtschaften für Unternehmen die Positionierung. Ausdruck findet diese Entwicklung auch in den Zuwachsraten für nachhaltige Kapitalanlagen. Sichtbares Zeichen ist auch die steigende Zahl der Nachhaltigkeits-Rating-Institute und die zahlreichen Börsenindices. Auch an der Wiener Börse laufen seit einiger Zeit Vorarbeiten zur Erstellung eines Nachhaltigkeits-Index.

In Österreich unterstützen einige Initiativen diesen Trend. So wurde beispielsweise der ABCSD gegründet, der Austrian Business Council for Sustainable Development. Er verfolgt das Ziel, der Nachhaltigkeit als Grundpfeiler eines neuen Wirtschaftsstils zum Durchbruch zu verhelfen und sieht sich als Bindeglied zwischen Politik, Wirtschaft und anderen Interessensgruppen. In die gleiche Richtung geht die Initiative CSR Austria – Corporate Social Responsibility, ebenso wie ABCSD eine gemeinsame Initiative der Industriellenvereinigung und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit. Zu ihren Aufgaben gehört es unter anderem, existierende Modelle von "Corporate Social Responsibility" auf ihre Praktikabilität zu analysieren, diesbezügliche Leitbilder zu entwickeln, Informationen zur Ausarbeitung von Nachhaltigkeitsberichten bereitzustellen und letztendlich die entsprechenden Leistungen der Unternehmen der Öffentlichkeit näher zu bringen.

Der Verein BAUM wiederum ist ein bundesweiter Arbeitskreis für umweltbewusstes Management. Die BAUM-Mitglieder berücksichtigen in ihrer Unternehmensstrategie Ökonomie, Umwelt und soziale Verantwortung. Mitte Juni veranstaltet BAUM eine Tagung, in deren Mittelpunkt Information und Erfahrungsaustausch bei der Ausarbeitung von Nachhaltigkeitsberichten gestellt werden. Das Landwirtschafts-und Umweltministerium unterstützt diese Initiative, da eine transparente Information über Umwelt-, Wirtschafts- und soziale Aspekte für die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen in Zukunft von großer Bedeutung sein wird.

"Meine Vision ist es, dass in Zukunft ein Nachhaltigkeitsbericht den reinen Geschäftsbericht ablöst bzw. ihn ergänzt", meint Minister Pröll. Bis 2010 soll ein flächendeckendes freiwilliges Nachhaltigkeitsberichtswesen der Betriebe angestrebt werden. Damit können tatsächliche Rückschlüsse auf die Rolle und die Verantwortung des Unternehmens in der Gesellschaft ermöglicht werden, gleichzeitig soll die Position unserer exportorientierten Wirtschaft auf den Zielmärkten verbessert werden.

Um Unternehmen bei der Erstellung ihres Nachhaltigkeitsberichts fachlich zu beraten, führt das BMLFUW gemeinsam mit dem BMVIT ein Pilotprojekt durch. Die dabei gesammelten Erfahrungen sollen in die Entwicklung eines österreichspezifischen, praxistauglichen Leitfadens für die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts einfließen. Es soll insbesondere auf die Bedürfnisse und Anforderungen von kleineren und mittleren Unternehmen eingehen. Auch sie sollen motiviert werden, auf Nachhaltigkeit zu bauen. Vorbilder finden sie zur Zeit vor allem in großen Unternehmen wie etwa der OMV, der VA Tech oder den österreichischen Bundesforsten, die alle bereits einen Nachhaltigkeitsbericht erstellt haben.

Dass es mit dem Nachhaltigkeitsbericht des Verbunds nun ein weiteres österreichisches Unternehmen gibt, das Nachhaltigkeit zu seiner Grundhaltung erklärt hat, zeigt dass dieses Zukunftskonzept zunehmend einen fixen Platz im Wirtschaftsprozess erhält, so Minister Pröll abschließend.

(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

BM für Land- und Forstwirtschaft,
Umwelt u. Wasserwirtschaft
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71100 DW 6703

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MLA0001