Hoscher: Initiativen für Tourismus nötig - SARS bremst Fernreiseboom nicht ewig

Wien (SK) "Die Zahlen der Wintersaison 2002/03 dürfen nicht den Eindruck erwecken, die Tourismus- und Freizeitwirtschaft bedürfe nicht der Aufmerksamkeit der Wirtschaftspolitik", betonte SPÖ-Abgeordneter Dietmar Hoscher Montag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. Wenngleich durch die Konsumschwäche etwa in Deutschland bei wichtigen Herkunftsländern die Bereitschaft zu Fernreisen sinke und Österreich als Urlaubsland dadurch weiter an Attraktivität gewinne, müsse die Politik dennoch ständig an den Rahmenbedingungen der Branche arbeiten. "Sondereffekte wie die Irak-Krise oder auch SARS, die ebenfalls den Fernreiseboom derzeit bremsen, sind nicht von Dauer", betonte der Ökonom. ****

Auch in Österreich würden zur Zeit die Wirtschaftforschungsinstitute ihre Wachstumsprognosen zurücknehmen. "Der private Konsum in Europa ist nicht mehr in der Lage, wichtige Konjunkturimpulse zu liefern. Setzt sich diese Entwicklung fort, so werden zum Beispiel deutsche Gäste in absehbarer Zeit nicht nur auf Fernreisen, sondern auch auf ihren Österreichurlaub verzichten", sagte Hoscher.

Die Wirtschaftspolitik komme der Tourismus- und Freizeitwirtschaft noch immer nicht mit jener Ernsthaftigkeit entgegen, die ihr aufgrund ihres 18-Prozentigen Anteils an der Wertschöpfung zukommen müsse. "Das manifestiert sich unter anderem in der Abschaffung des Tourismusstaatssekretariates. Die Haltung "Jeder Minister ist ein Tourismusminister" hat offenbar dazu geführt, dass sich überhaupt niemand mehr - mit Ausnahme von Lippenbekenntnissen und publicityträchtigen Auftritten - ernsthaft mit dieser Branche beschäftigt", kritisierte der SPÖ-Abgeordnete.

Bestes Beispiel seien die Abänderungsanträge der Regierungsparteien zum Budgetbegleitgesetz. "Da findet sich auf 55 kleinbedruckten Seiten wieder nichts, was dem Tourismus helfen könnte. Keine steuerliche Unterstützung, keine Förderung, keine Ideen", hielt Hoscher fest. Tatsache sei, dass beispielsweise der Spielraum für Tourismusförderungen restlos ausgeschöpft sei. Wer heute ansuche, könne nicht damit rechnen, in den nächsten Jahren eine positive Antwort zu erhalten. "Wer den Tourismus so gering schätzt, wie die derzeitige Bundesregierung, der offenbart, dass er von der Wirtschaftsstruktur unseres Landes entweder keine Ahnung hat, oder sie ihm völlig egal ist", schloss Hoscher. (Schluss) ns/mm

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