GPA-Frauen mobilisieren gegen Pensionskürzungsprogamm der Regierung

Angebliche Abfederungen erweisen sich als Bluff

Wien (GPA). Morgen gilt es der Bundesregierung unmissverständlich mitzuteilen: "Es reicht! Wir lassen uns diese unsozialen Pensionskürzungspläne, die vor allem Frauen treffen, nicht gefallen", so der Aufruf der Bundesfrauensekretärin der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Sandra Frauenberger angesichts der morgigen Streikmaßnahmen des ÖGB. Die Bundesregierung habe keinerlei Vorschläge gemacht, mit denen die übermäßigen Benachteiligungen für Frauen tatsächlich abgefedert werden könnten. Die angekündigte Deckelung der Pensionskürzungen von zehn Prozent würden sich insbesondere für Frauen als Bluff erweisen und in vielen Fällen deutlich höher ausfallen, kritisiert Frauenberger.++++

Aufgrund des Wegfalles der ersten Pensionsanpassung werden Pensionsverluste bis zu zwölf Prozent entstehen. Gerade für Frauen mit niedrigen Einkommen hätte dies massive materielle Härten zur Folge. Weitgehend verschwiegen werde von der Regierung darüber hinaus, dass die Zehn-Prozent-Deckelung außerdem nur bis zur Einführung des Pensionskontos gelten soll und ab diesem Zeitpunkt automatisch wegfallen wird. Für alle, die nun 35 oder jünger sind, greifen die Pensionskürzungen demnach in vollem Umfang. - Für heute junge Frauen heißt das aufgrund der für sie typischen Erwerbsverläufe nach wie vor bis zu 40 Prozent Pensionsverlust gegenüber dem heutigen System. Betrachtete man das Durchschnittseinkommen von Frauen und das Ungleichgewicht zwischen Männer- und Frauengehältern, so stelle sich die Frage wie sich Frauen eine Privatvorsorge finanzieren sollen, die nun als Kompensationsmöglichkeit propagiert wird. "Dass die Regierung ihre Konzepte als Pensionssicherung für die junge Generation zu verkaufen versucht, kann angesichts dieser Hintergründe nur als grotesk bezeichnet werden."

Frauenberger erinnert die Bundesregierung und speziell Frauenministerin Rauch-Kallat an deren im Regierungsabkommen niedergeschriebene Zielsetzungen einer eigenen Alterssicherung für Frauen. "Mit den nun vorliegenden Plänen rückt dieses wichtige Ziel in immer weitere Entfernung". Um Frauen einen eigenständigen Pensionsanspruch und eine nachhaltige materielle Sicherung ihres Lebensabends garantieren zu können sei eine deutlich Aufwertung von zurückliegenden Einkommen und eine höhere Bewertung der Kindererziehungszeiten unerlässlich. Genauso notwendig sei die Anrechnung der Notstandshilfe als Ersatzzeit unabhängig vom Partnereinkommen, unterstreicht Frauenberger.

"Die GPA-Frauen mobilisieren für morgen gegen die ungerechte Vorgehensweise der Regierung und für eine sozial ausgewogene, nachhaltige Pensionsreform, die die Bezeichnung Reform auch tatsächlich verdient", so Frauenberger abschließend.

ÖGB, 2. Juni 2003
Nr. 455

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