Glanzing: Weltweit erste PVC-freie Kinderklinik

Internationale Fachtagung in Wien beschäftigt sich mit PVC-Vermeidung

Wien (OTS) - Die Kinderklinik Glanzing im Wilhelminenspital des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) gilt in Sachen PVC-Vermeidung als nachahmenswertes Musterbeispiel. "Wir haben es geschafft, dass die Neonatologie in der Kinderklinik Glanzing - weltweit als erste Neugeborenenstation - künftig vollständig ohne PVC auskommen wird", berichtet KAV-Generaldirektor Univ. Prof. Dr. Eugen Hauke.

Bereits jetzt sei fast das gesamte medizinische Material im so genannten invasiven Bereich (Schläuche, Katheter), das in der Kinderklinik Glanzing eingesetzt wird, PVC-frei. "Es werden ausschließlich PVC-freie Schnuller, Ernährungssonden, Schläuche etc. verwendet", so Hauke. Lediglich im Bereich der nicht-invasiven Materialien (Harnbeutel, Klebeelektroden) müsse man derzeit weiterhin auf einige wenige PVC-Erzeugnisse zurückgreifen, da noch keine Ersatzartikel auf dem Markt sind. "Insgesamt betrifft das allerdings nur drei Prozent aller benötigten Produkte", erklärt Hauke, "und auch hier ist damit zur rechnen, dass innerhalb von ein bis zwei Jahren entsprechende PVC-freie, qualitativ hochwertige Erzeugnisse erhältlich sind."****

Mit diesem Thema beschäftigt sich heute, Montag, auch eine Fachtagung in Wien, zu der die internationale Umweltbewegung Health Care without Harm gemeinsam mit dem Wiener Krankenanstaltenverbund zahlreiche Experten aus Europa und den USA eingeladen hat. Bei der Veranstaltung "Gesundheitsvorsorge heißt PVC-Vermeidung" werden neueste wissenschaftliche Erkenntnisse über PVC-Medizinprodukten und deren Vermeidung diskutiert.

Ausgangsstoff Vinylchlorid ist nachweislich krebserregend

Dass man im KAV seit Jahren verstärkt versucht, PVC-hältige Produkte gegen alternative Erzeugnisse auszutauschen, hat gute Gründe. Beim PVC, das zu 57 Prozent aus reinem Chlor besteht, werden als Stabilisatoren unter anderem Blei und Cadmium eingesetzt, die in der Umwelt äußerst bedenklich sind. Im Weich-PVC sind außerdem Phtalate als Weichmacher in hoher Konzentration vorhanden, die mit großer Wahrscheinlichkeit Krebs verursachen, den Hormonhaushalt beeinflussen und als nieren-, leber- und fruchtschädigend gelten. Dementsprechend sind sie zum Beispiel im Kinderspielzeug bereits seit längerem verboten.

Auch Vinylchlorid, der Ausgangsstoff von PVC gilt als äußerst problematisch, da er nachweislich krebserregend ist. Studien haben besonders bei Frühgeborenen bedenkliche Konzentrationen von DEHP (Diethylhexylphthalat) ergeben, wenn PVC-Schlauchsysteme zum Einsatz gelangten.

PVC-Anteil um fast hundert Prozent gesenkt

"Angesichts dieser Problematik wird im Wiener Krankenanstaltenverbund bereits seit 1989 eine PVC-Ausstiegsstrategie betrieben", betont KAV-Generaldirektor Hauke. Das betrifft beispielsweise auch den Baubereich, indem konsequent der Einsatz von PVC-Böden und PVC-Fenstern vermieden wird. Bei Produkten, wie Überschuhen, Handschuhen, Schürzen, Matratzen- und Schonbezügen, wurden PVC-Produkte durch Alternativmaterialien, wie Latex, ausgetauscht. Insgesamt konnte zudem der PVC-Anteil des krankenhausspezifischen Abfalls innerhalb der vergangenen zehn Jahre von zehn auf 0,37 Prozent gesenkt werden. Das entspricht einer Reduktion von fast hundert Prozent. (Schluss) gn

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