"Durch ausreichende Saisonnierkontingente wird Schwarzarbeit verhindert und nicht erhöht"

Schenner weist heutige Aussagen des HGPD-Vorsitzenden als unlogisch zurück - Wertvolles "training on the job" für Arbeitskräfte aus Beitrittsländern

Wien (PWK342) - "Wenn die Zahl der Saisonarbeiter erhöht wird, entsteht logischerweise weniger Druck, illegale Beschäftigungen einzugehen. Durch eine bedarfsgerechte Saisonnierregelung wird die Schwarzarbeit sicherlich verhindert und nicht gesteigert. Es scheint, dass Gewerkschaftschef Rudolf Kaske mit seinen Überlegungen wieder einmal der tatsächlichen Entwicklung hinterherhinkt", reagiert der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, Komm.Rat Johann Schenner, auf heutige Aussagen des HGPD-Vorsitzenden, wonach die Saisonnierregelung zu vermehrter Schwarzarbeit führe. "Es offenbart sich hier wieder die Einstellung der Gewerkschaft, die statt Fortschritt die Rückkehr zu früheren Verhältnissen anstrebt".

Die Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, persönlicher Dienst (HGPD) sei, so Schenner weiter, so ziemlich die einzige Gewerkschaft, die die Branche in der Öffentlichkeit und gegenüber den eigenen Mitarbeitern "madig" macht. Ein solches Gerede schade letztlich den Gewerkschaftsmitgliedern und allen Mitarbeitern dieser Branche.

Besonders haarsträubend sei die Kritik Kaskes, der auch im AMS-Präsidium sitzt, gegenüber den AMS-Regionalbeiräten. Nach den Worten Kaskes würden diese versuchen, den Unternehmern bestimmte Saisonniers während des Unterbrechungs-zeitraums als Grenzgänger oder Wochenpendler zu sichern. Mit dieser Argumentation tritt Kaske gegen seine eigenen Mitglieder auf. Schenner erinnert daran, dass in den AMS-Regionalvertretungen die diesbezüglichen Beschlüsse mit Zustimmung der Arbeitnehmervertreter gefasst werden müssen. Schon die von Kaske kritisierte Höhe der Kontingente selbst wurde ebenfalls mit den Arbeitnehmervertretern in den Bundesländern abgestimmt.

Auch irre Kaske, wenn er seine Kritik allein auf Saisonniers aus Mittel- und Osteuropa beschränkt. Laut Saisonnierstatut können Saisonniers auch aus anderen Gegenden angeworben werden.

Schenner verweist darauf, dass die Beschäftigung von Saisonniers eine direkte Unterstützung und Entlastung für die heimischen Arbeitnehmer bedeutet. Ausländische Mitarbeiter würden gegen gute Entlohnung auch solche Arbeiten machen, zu denen heimische Mitarbeiter nicht oder nur in geringem Maß bereit sind. Unter dem Strich ergibt dies Vorteile für beide Seiten, eine erhöhte Arbeitsqualität und sichert letztlich das im internationalen Wettbewerb dringend benötigte hohe Niveau des heimischen Tourismusangebots.

Schenner erinnert weiters daran, dass alle Nachbarstaaten Österreichs in weniger als einem Jahr EU-Mitglieder sein werden. Es sei zu begrüßen, wenn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus diesen Ländern durch eine saisonale Tätigkeit die Arbeitsverhältnisse in Österreich kennenlernten. Gerade im Tourismus bedeute "training on the job" einen wertvollen Know-how-Transfer. "Dies nützt Österreich und den Beitrittsländern und fördert das gedeihliche Zusammenleben unter Nachbarn", stellt Schenner abschließend fest. (hp)

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