Pensionsreform: Junge Wirtschaft fordert Beitrag der Pensionisten

Lehner: Junge kriegen "eins auf den Deckel" statt ehrlichen Generationenvertrag

Wien (PWK340) - "Runde Tische haben nichts gebracht, und jetzt
wird gestreikt - für die Ansprüche der Älteren. Wer im Verhandlungspoker jedenfalls draufzahlt, ist jetzt schon klar: Das sind wir, die Jüngeren. Wir bleiben in unserer Rolle der Doppelzahler - jetzt für die Generation in Pension, später durch geringere Pensionen für uns selbst". So kommentiert der Vorsitzende der Jungen Wirtschaft Österreich, Peter Lehner, die Lage im aktuellen Pensionskonflikt. Der Experte Wolfgang Mazal habe es offiziell bestätigt: Das alte Muster bleibt auch bei dieser Reform gleich. Die Älteren gewinnen, die Jüngeren sind wieder einmal die Verlierer. Im Hagel der gegenseitigen Schuldzuweisungen und Streitereien zwischen Regierung und ÖGB gebe es in einem Punkt stille Einigkeit: Die Rechnung kriegt die Generation unter 40.

In Richtung der Gewerkschaften kritisiert Lehner klar die geplanten Streiks in der kommenden Woche. Diese würden dem Wirtschaftsstandort Österreich massiv schaden. Arbeitskämpfe seien aus seiner Sicht "kontrapdoduktiv". "So kann eine verantwortungsbewusste Arbeitnehmervertretung im 21. Jahrhundert nicht agieren. Gleichzeitig verzichtet die Gewerkschaft völlig auf die Interessenvertretung der Jüngeren", unterstrich der JW-Chef, der auch die Haltung der Regierung kritisiert, da sie seiner Meinung nach die bestehenden Pensionen für "heilig und unantastbar" erkläre.

Lehner fordert einen generellen Beitrag von Pensionisten und einen substanziellen Beitrag gutverdienender Pensionisten für die Aufrechterhaltung des Pensionssystems: "In unseren Teil des Generationenvertrags wird ständig eingegriffen, warum nicht auch in den der Pensionisten? Dass das System so nicht weiter finanzierbar ist, wissen und akzeptieren wir. Aber warum sollen ausschließlich wir die komplette Zeche dafür zahlen? Noch dazu wo heuer nur 3% aller Österreicher im Regelalter (Frauen 60, Männer 65) in Pension gehen und 97% darunter! Und wie sieht es mit den Pensionen der Politiker aus? Streicheleinheiten für alle Pensionisten, aber der Rasenmäher für die breite Masse der Generation unter 40 - das ist unfair", so Lehner.

Für den Vorsitzenden der Jungen Wirtschaft "ist der Generationenvertrag ungerecht und unehrlich geworden." Die Chance, endlich die Balance zwischen den Generationen wiederherzustellen, werde gerade wortreich vertan: Es werde viel über Deckelungen geredet - klar sei jedenfalls, "dass die Generation unter 40 eins auf den Deckel kriegt.", sagt Lehner. "Einen ehrlichen Generationenvertrag schafft man nur, indem man uns Betroffene zu Beteiligten macht und auch die Pensionisten ihren Beitrag leisten", betont Lehner abschließend. (us)

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