WIR GRATULIEREN Runde Geburtstage im Juni

Wien (PK) – Im Juni feiern folgende (ehemalige) MandatarInnen runde Geburtstage:

die ehemalige Abgeordnete Annemarie PAWLIK (S) – 65. Geburtstag
am 1. Juni,

der ehemalige Bundesrat Eduard GARGITTER (S) – 75. Geburtstag am 2. Juni,

der ehemalige Bundesrat Landeshauptmann i.R. Hans SIMA (S) –
85. Geburtstag am 4. Juni,

der Vizepräsident des Bundesrates a.D. und ehemalige Bundesrat Walter STRUTZENBERGER (S) – 75. Geburtstag am 8. Juni,

der Abgeordnete Ökonomierat Johann KURZBAUER (V) – 60. Geburtstag am 11. Juni,

der ehemalige Abgeordnete Ing. Rudolf GRADINGER (V) – 80. Geburtstag am 13. Juni,

der ehemalige Abgeordnete Josef REICH (V) – 85. Geburtstag am
22. Juni,

der Bundesrat Dr. Robert ASPÖCK (F) – 60. Geburtstag am 23. Juni,

der ehemalige Abgeordnete Vizebürgermeister a.D. Hans MAYR (S) – 75. Geburtstag am 27. Juni.

HANS SIMA 85

Einer der großen "Landesfürsten", Hans Sima, begeht in diesem Monat seinen 85. Geburtstag. Geboren 1918 in Saifnitz, besuchte
er ab 1925 die Volksschule. Nach Beendigung der Hauptschule 1933 trat er in die kaufmännische Fortbildungsschule ein, die er 1937 abschloss. Schon zu dieser Zeit war Sima in der Sozialdemokratie aktiv, der aber durch die Regierung Dollfuss der legale Handlungsrahmen entzogen worden war. Sima wurde denn auch für
sein politisches Engagement im Jahr 1935 zu sechs Monaten Haft verurteilt.

Nach dem Krieg zählte Sima mit Ferdinand Wedenig, Hans Herke und anderen zu den Wiederbegründern der Arbeiterpartei in Kärnten und wurde noch 1945 Landesparteisekretär der SPÖ. 1949 zog er in den Kärntner Landtag ein und übernahm dort auch die Funktion des Klubobmanns seiner Fraktion. Ab März 1953 vertrat Sima die Interessen seines Bundeslandes in Wien und gehörte bis Juni 1956 dem Bundesrat an.

Zu diesem Zeitpunkt berief ihn Landeshauptmann Wedenig in die Kärntner Landesregierung. Wenig später wurde Sima der Bezirksparteivorsitz der SPÖ Klagenfurt übertragen, nachdem er zuvor diese Funktion schon im Bezirk Völkermarkt ausgeübt hatte. Nach dem Ausscheiden von Matthias Krassnig avancierte Sima im
Juli 1963 zum Landeshauptmannstellvertreter, ehe er im April 1965 Wedenig im Amt des Landeshauptmanns nachfolgte. Ab diesem Jahr
auch Landesparteiobmann der SPÖ Kärnten, wählte ihn der Bundesparteitag der SPÖ 1970 zum stellvertretenden Bundesparteiobmann.

Gemäß Artikel 7 des Staatsvertrages wollte Sima den Kärntner Slowenen durch die Aufstellung zweisprachiger topographischer Aufschriften entgegenkommen. Diese 1972 durchgeführte Aktion
stieß jedoch auf erbitterten Widerstand deutschnationaler Kreise, von denen einige sogar darangingen, die Ortstafeln illegal zu entfernen. Bundeskanzler Kreisky reiste nach Kärnten, um in dem Konflikt zu vermitteln, die Atmosphäre blieb jedoch angespannt. Sima verlor dadurch auch in seiner eigenen Partei an Rückhalt,
und 1973 wurde der bisherige Landesparteisekretär Leopold Wagner
an Simas statt zum Parteiobmann gewählt. Im April 1974 zog sich Sima auch aus der Landesregierung zurück, wurde aber für seine entschlossene Haltung in späterer Folge mehrfach geehrt, so 1995 durch die Ernennung zum Ehrensenator der Universität Klagenfurt, für die er sich ebenfalls viele Verdienste erworben hatte.

WALTER STRUTZENBERGER 75

Ein weiterer prominenter Sozialdemokrat feiert am 8. Juni einen runden Geburtstag. Walter Strutzenberger, langjähriger Vizepräsident des Bundesrats, wurde 1928 in Wien geboren. Nach
dem Zweiten Weltkrieg trat er, der zuvor die Pflichtschulen und
eine Schnittmacherlehre absolviert hatte, in den Polizeidienst
ein. 1952 wurde er von der Wiener Sicherheitswache in den Kriminaldienst überstellt, wo er es in der Folge bis zum Abteilungsinspektor brachte.

Schon frühzeitig engagierte sich Strutzenberger in der Gewerkschaft. Innerhalb der Bundessektion Kriminalbeamter der Gewerkschaft öffentlicher Dienst (GÖD) avancierte er rasch zum stellvertretenden Vorsitzenden, ehe er die Sektion 1967 als Vorsitzender übernahm. Gleichzeitig fungierte er als Obmann des Zentralausschusses der Bediensteten des Kriminaldienstes beim Bundesministerium für Inneres. Er wurde Vorsitzender der Fraktion Sozialistischer Gewerkschafter in der GÖD und schließlich 1977 auch stellvertretender Vorsitzender der GÖD. Kraft dieses Amtes wurde Strutzenberger 1981 auch in den Bundesvorstand des ÖGB gewählt.

Ein Jahr später, am 31. Dezember 1982, zog Strutzenberger in die zweite Kammer des Parlaments ein, wo er in den Reihen der Sozialdemokraten bald eine führende Rolle spielte. Und nachdem Hellmuth Schipani 1983 bis 1987 die sozialdemokratische Fraktion geleitet hatte, folgte ihm im November 1987 Strutzenberger sowohl als Fraktions-Obmann als auch als Vizepräsident des Bundesrates -wobei bis 30. Juni 1988 die offizielle Funktionsbezeichnung noch "stellvertretender Vorsitzender des Bundesrates" lautete - nach.
Die nächsten acht Jahre prägte Strutzenberger das Bild der Länderkammer maßgeblich mit, dabei mit seinem Pendant von der ÖVP, Herbert Schambeck, ein Tandem bildend, das durchaus mit dem Duo Benya - Sallinger vergleichbar war. Zu Jahresende 1995 zog
sich Strutzenberger aus der aktiven Politik zurück. (Schluss)

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