Glawischnig: Kritik an schwacher Gentech-Position von BM Pröll

Grüne fordern Sofortmassnahmen statt Passivität

Wien (OTS)- "Es ist nett, dass Josef Pröll ‚kein Problem' mit gentechnikfreien Zonen hat, für einen zuständigen Minister ist das als politische Position allerdings ziemlich dürftig", kritisiert Eva Glawischnig, Umweltsprecherin der Grünen die Aussagen von BM Pröll beim EU-Agrarrat in Brüssel. "Anstatt eine Diskussion über gentechnikfreie Zonen als unklug zu bezeichnen, weil die Rahmenbedingungen für die Bauern noch nicht geklärt seien, sollte Pröll aktiv dazu beitragen, eben jene Rahmenbedingungen zu klären", verlangt Glawischnig. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen (Stichwort: WTO-Klage der USA gegen EU, drohende Aufhebung des Zulassungsmoratoriums) sei dringender Handlungsbedarf gegeben. "Es ist zwar zu begrüßen dass BM Pröll für EU-einheitliche Koexistenzregelungen und bis dahin für eine Verlängerung des EU-Moratoriums eintritt, das rechtfertigt allerdings nicht, dass er in Österreich untätig bleibt", so Glawischnig. Der Landwirtschaftsminister könnte längst die offenen Fragen betreffend gentechnikfreier Zonen in Österreich über Studienaufträge untersuchen und ein entsprechendes Konzept erarbeiten lassen, so Glawischnig. Eine zweite Sofortmaßnahme wäre laut Glawischnig die Bindung der Förderungen im Österreichischen Programm für umweltgerechte Landwirtschaft (ÖPUL) an eine gentechnikfreie Produktion. Drittens sollten Hersteller für wirtschaftliche und andere Schäden bei Freisetzungen von gentechnisch veränderten Organismen (GVO)haftbar gemacht werden, verlangt Glawischnig. Kritik übt Glawischnig in diesem Zusammenhang an ÖVP und FPÖ, die im Landwirtschaftsausschuss am 16. Mai einen entsprechenden Antrag der Grünen vertagt hätten. "Mit dieser passiven Einstellung wird es schwer gelingen, dem Wunsch der ÖsterreicherInnen nach einer GVO-freien Landwirtschaft nachzukommen", so Glawischnig, die weitere parlamentarische Initiativen der Grünen in der Gentechnikfrage ankündigt.

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