Gewalt in der Familie-weitere universitäre LV gefordert

Vizerektorin Moser sagt Dachverband der Frauenhäuser "ideelle Unterstützung" zu=

Wien (OTS): Eine von fünf Frauen ist laut Schätzungen in Österreich von Gewalt durch einen männlichen Verwandten, Freund oder Bekannten betroffen. "Eine von fünf. Gewalt gegen Frauen im sozialen Nahraum" ist auch der Titel einer interdisziplinären Ringvorlesung am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien, die im Wintersemester 2002/2003 erstmals stattgefunden hat und bei Studierenden verschiedenster Fächer auf großes Interesse gestoßen ist. Veranstaltet wurde die Lehrveranstaltung vom Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser gemeinsam mit Universitätsprofessorin Birgit Sauer: Eine neue Form der Kooperation zwischen einer NGO und der Universität, die sich bestens bewährt hat.

Für Sommersemester 2004 ist eine Wiederholung der erfolgreichen Lehrveranstaltung geplant. Einziger Wehrmutstropfen: Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser sieht sich außerstande, erneut die Kosten für die Ringvorlesung zu tragen und appelliert deshalb an die Universität Wien: Vertreterinnen des Vereins haben heute Vizerektorin Gabriele Moser, stellvertretend für die Leitung der Universität Wien, mehr als 100 Unterschriften von Studierenden überreicht. Diese haben die Lehrveranstaltung besucht und unterstützen die VeranstalterInnen in ihrem Anliegen.

"Die Universität kann nur dann zeigen, dass sie das Problem ernst nimmt, wenn sie bereit ist, Lehrveranstaltungen dazu zu implementieren," erklärt Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser. Gewalt gegen Frauen in der Familie könne nur durch ein Zusammenwirken aller gesellschaftlicher Kräfte verhindert werden, so Rösslhumer weiter. Der universitären Lehre und Forschung komme in diesem Zusammenhang eine bedeutende Rolle zu.

Vizerektorin Moser, in deren Zuständigkeitsbereich Frauen- und Genderforschung fällt, konnte allerdings nur "ideelle Unterstützung" zusagen. Moser: "Ich unterstütze dieses Anliegen nicht nur in meiner Funktion als Vizerektorin, sondern vor allem auch als Medizinerin. Wir sind im AKH in der Notversorgung immer wieder mit massiven Verletzungen von Frauen konfrontiert." Die Budgetsituation an den österreichischen Universitäten sei aber derart prekär, dass die Finanzierung neuer Angebote derzeit undenkbar sei,_ erklärte sie.

Moser, deren Funktionsperiode mit Ende des Semesters abläuft, konnte den VeranstalterInnen der Ringvorlesung jedoch zusichern, eine Empfehlung an ihren/ihre NachfolgerIn abzugeben, das Thema prioritär zu behandeln. Auch eine Personalentwicklungsmaßnahme zum Thema Gewalt gegen Frauen an der medizinischen Fakultät werde sie anregen.

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Daniela Almer
Informationsstelle gegen Gewalt
(Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser)
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Tel. +43/1/544 08 20
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