Wiener Kulturstadtrat präsentiert Studie "Freies Theater in Wien"

Mailath-Pokorny: "Grundlage für radikale Innovation der Theaterszene"

Wien (OTS) - Die Grundrisse einer Reform der Wiener Off-Theaterlandschaft wurden heute, Dienstag, von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny präsentiert. Grundlage ist die Studie "Freies Theater in Wien - Reformvorschläge zur Förderung Freier Gruppen der Darstellenden Kunst" als Ergebnis einer Untersuchung der Theaterfachleute Anna Thier, Günter Lackenbucher und Uwe Mattheiß, die durch Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny in Absprache mit allen im Gemeinderat vertretenen Parteien in Auftrag gegeben wurde.

Die Eckpunkte: Ab der Saison 2005/2006 werden fixe Koproduktionshäuser geschaffen mit dem Auftrag, eine permanente Plattform für Freie Gruppen zu bilden, es wird einerseits langfristige Konzeptförderungen, andererseits Einzelprojektförderungen geben. Ziel: Das Fördersystem soll klarer, zielgerichteter und spartenübergreifend werden, mehr internationalen Austausch ermöglichen, die Theaterbereiche durchlässiger machen.

"Die Studie ist eine radikal-pragmatische Grundlage für eine umfassende Reform, die die Theaterlandschaft in Wien nachhaltig verändern wird", sagte dazu Mailath-Pokorny. "Die Reform soll noch mehr Planungssicherheit und bessere Absicherung der Künstlerinnen und Künstler bieten, gleichzeitig aber einen Innovationsschub für die Freie Szene bewirken", so Mailath.****

Ein Überblick über die Reformvorschläge

o Im Vergleich zu anderen europäischen Städten trage Wien am meisten zur Finanzierung der Freien Szene bei, so Studienautor Uwe Mattheis. In Zukunft solle jedoch die Förderung "Weg von der

Gießkanne in Richtung ganz oder gar nicht" gehen.
o Schaffung von koproduzierenden Theaterhäusern, die in

Zusammenarbeit mit den Freie Gruppen Projekte erarbeiten und so einen stringenten und inhaltlich motivierten Spielplan

ermöglichen.
o Im Endausbau (Saison 2005/2006) : Eine Wiener Theater-Jury wird

(temporär) nominiert und entscheidet alle 4 Jahre über eingereichte Konzepte, das heißt, die (längerfristige) Bespielung der einzelnen Häuser (Koproduktionshäuser ebenso wie Boulevardtheater, fremdsprachiges Theater, Konzepttheater und

Theater mit eigenem Ensemble).
o Gleichzeitig wird eine Wiener Off-Theaterkommission die Beiräte

ersetzen, um über (temporäre) Projekte oder auch Projektreihen zu entscheiden. Prinzip: Ganz oder Gar nicht. Der Endausbau ist erst 2005 gegeben, bis dahin wird es eine Evaluation über bestehende Projekte geben bzw. werden bestehende 3-

Jahresvereinbarungen harmonisiert.
o Übergang: Drei KuratorInnen werden zwei bis drei Jahre lang

diese Neuordnung der Off-Theaterlandschaft umsetzen: Sie suchen (temporäre) Spielstätten für Freie Gruppen und entscheiden

anstatt der Beiräte über eingereichte Projekte.
o Die Zäsur 2005 ist auch ein Schnittpunkt für alle betroffenen

Institutionen. Bis dahin werden Freie Gruppen, Spielstätten, Privat- und Mittelbühnen über ihre Standortbestimmung nachdenken und Konzepte zur weiteren Finanzierung einreichen.

Ziele der Reform:
o Bündelung der Ressourcen und Aufmerksamkeit durch Koproduktionshäuser für Freie Gruppen
o Internationalen Austausch
o Mehr Transparenz, Vereinfachung
o Mehr Durchlässigkeit, Durchbrechen der "Gläsernen Decke"
o Spartenübergreifende Förderung,
o Mehr Qualität, weniger Gießkanne

Durch die langen Übergangszeiten soll ermöglicht werden, dass jeder Einzelne sein neues oder bestehendes Projekt auf Zukunftstauglichkeit überprüft. Um die längerfristige Planung für gute Konzepte zu ermöglichen, wird es mehrjährige Fördervereinbarungen geben. Gleichzeitig können Freie Gruppen wie bisher auch Einzelprojekte einreichen.

Mailath-Pokorny kündigte an, den Reformvorschläge im wesentlichen folgen zu wollen. "Die Reform setzt nicht überfallsartig ein, sodass für alle Theaterschaffenden Zeit ist, sich mit guten Ideen für das neue Konzept zu bewerben", so Mailath-Pokorny abschließend.

Die Studie "Freies Theater in Wien" ist ab sofort im Internet verfügbar unter: http://www.wien.at/ma07/pdf/theaterstudie.pdf

(Schluss) sas

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