"Spital der Zukunft": Volle Zustimmung bei Aktion der GdG

Hauptgruppe II der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten informierte über Auswirkung der Pensions"reform" auf das Gesundheitswesen und neue Selbstbehalte

Wien (GdG/OEGB). Breite Zustimmung fand die 24stündige Informationsveranstaltung "Spital der Zukunft" auf dem Wiener Stephansplatz. Zahllose Passanten diskutierten mit Monika Mauerhofer, Vorsitzende der Hauptgruppe II - Spitäler der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG), Dr. Sabine Oberhauser, Vorsitzende der ARGE Ärzte sowie Kolleginnen und Kollegen aus den Wiener Spitälern und Geriatriezentren.++++

Sogar Besucher aus England und Frankreich versammelten sich Montag und Dienstag vor dem Lazarett-Zelt auf dem Stephansplatz um mit dem Team der GdG über die drohenden Verschlechterungen im Gesundheitsbereich zu diskutieren. Der Grundtenor: Eindeutige Zustimmung. Ein Tourist aus der britischen Hauptstadt London brachte die Stimmung auf den Punkt: "Lasst nicht zu, dass euer Gesundheitssystem so schrecklich wird wie unseres!"

"Aber nicht nur die Patienten, auch das Personal der Krankenhäuser wäre von den Auswirkungen dieser sogenannten Reform massiv betroffen", erklärte Hauptgruppe II-Vorsitzende Monika Mauerhofer. Eine klare Absage erteilte sie "der Horrorvision, in der eine 60jährige Krankenschwester, ein 65jähriger Krankenpfleger noch immer vollen Dienst am Krankenbett tun soll um dann ihre/seine volle Pension zu erreichen."

Über die Auswirkung der neuen Selbstbehalte informierte die Vorsitzende der ARGE Ärzte im ÖGB, Dr. Sabine Oberhauser. Ihre Zusammenfasung: "Besonders gravierend wirkt sich diese Belastungspolitik im Gesundheitsbereich aus - und wieder einmal sind es die Frauen, die am meisten drauf zahlen!" Eine Studie des IHS zeige, dass Frauen um 35 bis 40 Prozent mehr von den Selbstbehalten betroffen sind als Männer - was besondere Brisanz hat vor dem Hintergrund, dass Frauen noch immer um fast ein Drittel weniger verdienen als Männer. "Dass im Alter allgemein mehr Gesundheitsleistungen nötig sind, für Frauen wie für Männer, schlägt sich angesichts der viel niedrigeren Frauenpension doppelt zu Buche:
Pensionistinnen haben im Durchschnitt nur drei Fünftel vom dem Geld zur Verfügung, das Männer im Alter ausgeben können", fasste Oberhauser zusammen. Durch Selbstbehalte im Gesundheitssystem verdoppele sich die Benachteiligung von Frauen.

Abgesehen von den denkbar schlimmen Folgen für die Bürger, die Selbstbehalte im Gesundheitssystem hätten, wären die finanziellen Vorteile für den Staat äußerst begrenzt: "Auch dazu gibt es aussagekräftige Berechnungen vom IHS, die verdeutlichen, dass Selbstbehalte die Kassendefizite nicht abdecken können", schloss die Vorsitzende der ARGE Ärzte.

ÖGB, 27. Mai 2003
Nr. 436

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