Österreichs Zementindustrie 2002 - Kontinuierliche Absatzentwicklung

Sorge um Wettbewerbsfähigkeit wegen geplanter Mehrfachbelastungen

Wien (OTS) - Eine kontinuierliche Absatzentwicklung trotz
insgesamt sinkender Bauinvestitionen brachte der Österreichischen Zementindustrie im Jahr 2002 die verstärkte Tiefbautätigkeit durch den Ausbau der österreichischen Verkehrsinfrastruktur. "Der Zementversand stieg um 3,2 Prozent von 3,74 auf 3,86 Millionen Tonnen. Infolge des Preisdrucks durch Importe wuchsen die Umsätze aber lediglich um 2,52 Prozent auf 287 Millionen Euro, erklärte der Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ), DI Felix Friembichler bei der Jahrespressekonferenz. Drohende Belastungen gefährden aber die weitere Entwicklung der Branche, erklärte der Vorstandsvorsitzende der VÖZ, Generaldirektor Mag. Peter Orisich.

Der Zementverbrauch in Österreich stieg 2002 von 4,4 auf 4,64 Millionen Tonnen, die Importe, die 2001 noch um 13 Prozent gesunken waren legten wieder von 0,7 auf 0,78 Millionen Tonnen zu. Damit lag das Wachstum der Importe deutlich über dem Zuwachs des Verbrauchs. Die Exporte betrugen 0,11 Millionen Tonnen. Wichtigster Branchentrend 2002 war die Zunahme der Bautätigkeit im Tiefbau um 3,2 Prozent. Für die kommenden Jahre erwartet die Zementindustrie einen langsamen, aber kontinuierlichen Anstieg in allen Bausparten.

Geplante Mehrfachbelastungen schwächen Wettbewerbsfähigkeit

Schwere Wettbewerbsnachteile drohen der Zementindustrie, die 1400 Mitarbeiter beschäftigt, durch eine Reihe von aktuellen Gesetzen, Verordnungen und Maßnahmen, die Belastungen nach sich ziehen könnten, die bis zu zehn Prozent des Umsatzes ausmachen könnten, erklärte Orisich. Dazu gehören die nationale Umsetzung des Kyoto-Prozesses, eine Verteuerung des Einsatzes von alternativen Brennstoffen durch das Altlastensanierungsgesetz (ALSAG), das Road Pricing für Lkw, die Mineralölsteuer und das Ökostromgesetz. Die Zementindustrie plädiert daher an den Gesetzgeber, die CO2-Emissionen aus dem Einsatz alternativer Brennstoffe bei der Zementherstellung bei der Vergabe von Emissionszertifikaten gesondert zu betrachten. Jedes Marktwachstum würde sonst automatisch dem Import zugute kommen und Arbeitsplätze bei uns gefährden, erklärt Orisich. Negative Auswirkungen sieht die Zementindustrie auch in dem Verordnungsentwurf für eine neue Verbrennungssteuer im Altlastensanierungsgesetz (ALSAG), die ab 2005 neun Euro pro Tonne betragen soll. Das würde den Einsatz von alternativen Brennstoffen in der Zementindustrie gefährden.

Verkehrsprognosen zeigen steigende Belastung der Straßen

Einen beschleunigten Ausbau der hochrangigen österreichischen Verkehrsinfrastruktur fordert der Geschäftsführer der Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie, Felix Friembichler, weil die bestehende Infrastruktur die erwarteten Verkehrszuwächse nicht bewältigen kann. 2001 wurden in Österreich 494 Millionen Tonnen Güter transportiert, 346 Millionen Tonnen davon auf der Straße, 76 Millionen Tonnen auf der Schiene, der Rest auf der Donau und in Rohrleitungen. Bis 2015 wird für das in Österreich mit Lkw transportierte Gütervolumen ein Anstieg um weitere 50 Prozent prognostiziert.

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