• 27.05.2003, 10:45:00
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  • OTS0073 OTW0073

Aktueller Arbeitsklima-Index:

Dramatischer Einbruch bei ungelernten Arbeitnehmern

Linz (OTS) - Während der allgemeine Arbeitsklima-Index leicht
sinkt - von 107 Punkten im Herbst auf 106 Punkte im Frühjahr - ist
bei einzelnen Gruppen ein beispielloser Pessimismus-Schub zu
verzeichnen: männliche Arbeitnehmer mit Pflichtschulabschluss
verlieren auf allen Ebenen und kommen nur noch auf 97 (Herbst 2002
noch 105) Punkte.

Im Herbst 2002 war ein leichter Aufwärtstrend beim Arbeitsklima zu
beobachten. Doch es ist keine Erholung in Sicht: der Index ist wieder
auf 106 und damit auf den Wert des Frühjahres 2002 gesunken.
Verantwortlich dafür ist vor allem das gesunkene Vertrauen der
österreichischen Arbeitnehmer/-innen in die wirtschaftliche
Entwicklung Österreichs und - erstmals - auch in die Zukunft des
eigenen Betriebes!

Seit sechs Jahren (Frühjahr 1997) lässt die Arbeiterkammer
Oberösterreich nun schon regelmäßig (vierteljährliche Befragungen von
je 900 Arbeitnehmer/-innen in ganz Österreich durch IFES) den
Arbeitsklima-Index erheben. Er gibt Auskunft über die Zufriedenheit
mit Arbeitsplatz, Betrieb, Arbeitsmarktchancen und Einschätzung der
Zukunftsperspektiven. Noch nie seit Beginn der Messung wurde ein
solch dramatischer Einbruch bei einer Gruppe gemessen, wie jetzt bei
den männlichen Hilfskräften (minus acht Indexpunkte innerhalb eines
halben Jahres). Auch in dieser Gruppe ist es das gesunkene Vertrauen
in die Wirtschaft und das Ansehen des eigenen Betriebes, die sich
negativ auf den Indexwert auswirken. Weiters die deutlich sinkende
Zufriedenheit mit dem Einkommen und den Aufstiegschancen.

Ähnlich, wenn auch nicht so dramatisch, die Lage bei den
weiblichen Hilfskräften. Hier ist eine andere besorgniserregende
Entwicklung zu beobachten: immer mehr Frauen mit
Pflichtschulabschluss geben an, von ihrem Einkommen nicht leben zu
können. Ihr Anteil stieg vom Frühjahr 2002 von 12 auf mittlerweile 29
Prozent. Beinahe jede dritte weiblich Hilfskraft kann also demnächst
nicht mehr von ihrem Einkommen leben und ist auf Unterstützung
angewiesen.

Dementsprechend wächst auch die Sorge, im Alter zu wenig Geld für
ein menschenwürdiges Leben zu haben: 22 Prozent aller Männer (29
Prozent der Pflichtschulabsolventen) und sogar 29 Prozent aller
Frauen (bei Pflichtschulabsolventinnen 39 Prozent!) sagen, dass sie
im Alter nicht genug Geld zum Leben haben werden. Jede Kürzung der
Pensionen - auch bei einer Deckelung der Abschläge mit zehn Prozent -
würde dramatische Folgen haben. Die Zahl derjenigen, die nicht von
ihrer Altersversorgung leben können, würde zweifellos weiter steigen,
bei den Frauen voraussichtlich sogar explodieren. Die Forderung nach
einer eigenständigen Altersversorgung für Frauen ist damit aktueller
denn je.

OTS0073    2003-05-27/10:45

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO

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