Kräuter zu Eurofighter: Ministerium bestätigt Malversationen bei Vergabe

Lügengebäude rund um Standortfrage zerbröselt

Wien (SK) Mit Erstaunen reagierte SPÖ-Rechnungshofsprecher Günther Kräuter auf gestrige Aussagen des Verteidigungsministeriums, wonach einerseits zugegeben wurde, dass nur ein Reparatursatz im Gesamtpaket der Abfangjägerbeschaffung enthalten sei, andererseits aber von Minister Platter betont wurde, dass die Eurofighter sowohl in Graz als auch in Zeltweg stationiert würden. "In der Ausschreibung sind zwei Reparatursätze gefordert, das ist Voraussetzung für die Stationierung des Kriegsgerätes auf zwei Flugbasen", so Kräuter Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Der Abgeordnete verwies auch auf vertrauliche Informationen aus dem Finanzministerium, denen zufolge Minister Platter dem Finanzminister zugestehen musste, dass aus sogenannten "Spargründen" nur ein Fliegerhorst, nämlich Zeltweg, in Frage komme. "Dass Platter behauptet in der Steiermark zwei Flugbasen zu betreiben, nämlich Graz-Thalerhof und Zeltweg, spricht für sich", so Kräuter. ****

"Das ministerielle Lügengebäude zerbröselt immer mehr, die Glaubwürdigkeit Platters ist vollkommen demoliert. Auch die Staatsanwaltschaft bestätigte gestern indirekt Bedenken an der Vergabe zugunsten des teuersten Gerätes, in dem Staatsanwalt Müller anmerkte, dass die grundsätzliche Fragestellung darin bestehe, warum man das so ausgeschrieben habe", argumentiert Kräuter.

Abschließend forderte der SPÖ-Abgeordnete ein Ende des Verwirrspiels: "Die vom Verteidigungsministerium nicht dementierten Probleme rund um die Anzahl der Reparatursätze können nur zweierlei bedeuten: Die Vergabe entspricht nicht dem durch das Ressort selbstgewählten Verfahren und nach wie vor ist unklar an wie vielen Standorten die Abfangjäger wirklich stationiert werden." (Schluss) ns/mp

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