"Konsument"-Test: Kreditkarten mit Versicherungsschutz

Bis auf einen Anbieter guter Service. Großes Minus bei Kurstransparenz. Unterschiedliche Qualität bei Versicherungspaketen.

Wien (OTS) - Bereits jeder fünfte Österreicher verwendet regelmäßig eine Kreditkarte. Am häufigsten wird das beliebte Plastikgeld für und bei Reisen eingesetzt. Damit Verbraucher wissen, auf welche Karte sie setzen sollen, nimmt "Konsument" die Hauptkarten der vier Anbieter unter die Testlupe. Ergebnis: Testsieger ist "MasterCard" mit der Beurteilung "gut", während "American Express" mit "weniger zufriedenstellend" das Schlusslicht bildet. Dazwischen liegen "Diners Club" und "VISA" mit der Note "durchschnittlich". Bis auf den Testverlierer bieten alle guten Service. Weniger erfreulich hingegen ist die Informationsqualität, insbesondere die Transparenz der Kursverrechnung. Denn nur bei "MasterCard" ist klar ersichtlich, zu welchem Wechselkurs bei Auslandszahlungen umgerechnet wird. Bezüglich der Versicherungsleistungen gibt es große Unterschiede.

Generell haben Kreditkarten-Unternehmen bei der Kursgestaltung weitgehend freie Hand und das wird auch ausgenützt. Kunden erhalten entweder keine oder nur ein Minimum an Information über die Kurse. Umso seltsamer, dass als Referenzkurs der Valuten- statt der Devisenkurs verwendet wird. Denn bei bargeldlosen Transaktionen sind Devisenkurse nicht üblich, Valutenkurse sind immer schlechter. Warum gerade bei Kreditkarten-Transaktionen der Bargeldkurs zum Tragen kommt, ist schleierhaft und schreit nach Korrektur!

Erfreuliche Ergebnisse liefern drei der Testkandidaten bei der Servicequalität. Nur das Servicecenter von "American Express" enttäuscht: Auf schriftliche Anfragen wurde nicht reagiert und bei telefonischen falsch informiert.

Sehr wechselhaft sind die in der Kreditkartengebühr inkludierten Versicherungsleistungen: Ob Reisegepäck-, Haftpflicht-, Unfall- oder Krankenversicherung - einmal schneidet der eine Anbieter besser ab, dann wieder ein anderer. Der Versicherungsschutz ist immer an Voraussetzungen geknüpft. Bei "MasterCard" und "VISA" reicht die Benützung der Karte innerhalb der letzten zwei bzw. drei Monate, bei "American Express" muß die gesamte Reise mit der Karte bezahlt werden, um überhaupt versichert zu sein. "Konsument" empfiehlt, unbedingt auch auf den versicherten Personenkreis zu achten. Im Prinzip hilft hier nur, für sich selbst die wichtigsten Versicherungsrisken festzulegen und dann zu vergleichen, wer was bietet. Im Vergleich zu den Versicherungspaketen der Reiseversicherer sind die Kreditkartenangebote relativ günstig und gelten für das ganze Jahr, allerdings sind hier außer bei "Diners" keine Stornoleistungen beinhaltet.

"Konsument"-Tipps fürs Plastikgeld:

+ Kreditkarten eignen sich aufgrund der hohen Spesen nicht für Barabhebungen. Bankomat- statt der Kreditkarte ist beim Bargeldabheben billiger.

+ Kommt die Kreditkarte abhanden, gibt es je nach Anbieter Haftungsgrenzen bis zu denen Karten-Besitzer belangt werden können (von 25 bis 72,67 Euro). Bei diesen niedrigen Beträgen bleibt es nur bei Beachtung der Sorgfaltspflichten, wenn z. B. nicht Karte und PIN-Code gemeinsam in der Brieftasche aufbewahrt werden.

+ Versicherungsbedarf gut überlegen. Vielleicht besteht ausreichend Schutz über bestehende Verträge oder sind die Leistungen verzichtbar. Unbedingt auf Voraussetzungen, versicherten Personenkreis, Deckungsbereich und Leistungsobergrenzen achten, hier gibt es große Unterschiede.

Weitere Details zum Kreditkarten-Vergleich bietet die Juni-Ausgabe des Verbrauchermagazins "KONSUMENT" sowie die Online-Version auf www.konsument.at.

Rückfragen & Kontakt:

VKI-Abteilung: Finanz-Dienstleistungen,
Mag. Max Reuter,
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