Höhere Belastungen: Selbstbehalte allein in OÖ bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr

Wien (OTS) - Sehr kritisch hat sich die Gesundheitsökonomin Maria M. Hofmarcher mit den von der Regierung geplanten Selbstbehalten bei Arztbesuchen auseinander gesetzt. Zwischen 362 und 560 Millionen Euro würden die Selbstbehalte die Patientinnen und Patienten österreichweit pro Jahr kosten, Frauen seien besonders betroffen. So alarmierend die Zahlen Hofmarchers sind: Berechnungen der OÖ Gebietskrankenkasse ergeben noch deutlich höhere Belastungen für Kranke.

Die Gesundheitsökonomin Maria M. Hofmarcher vom Institut für Höhere Studien (IHS) geht in ihren jüngst veröffentlichten Berechnungen davon aus, dass die Österreicher mit Selbstbehalten von jährlich zwischen 362 und 560 Millionen Schilling belastet werden könnten. Als Basis nimmt sie die diskutierten Varianten mit einem Selbstbehalt von 20 Prozent bei jedem Arztbesuch beziehungsweise von fünf Euro Selbstbehalt beim Allgemeinmediziner und zehn Euro Selbstbehalt beim Besuch eines Facharztes.

Mit den Abrechnungsdaten der oberösterreichischen Ärzte hat auch die OÖ Gebietskrankenkasse Berechnungen angestellt. Das Ergebnis: Bei einem fixen Selbstbehalt von fünf Euro beim Allgemeinmediziner und zehn Euro bei Fachärzten, Zahnärzten und in Spitalsambulanzen müssten die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher pro Jahr zwischen 90 und 100 Millionen Euro an Selbstbehalten bezahlen.

Ein prozentueller Selbstbehalt in Höhe von 20 Prozent der Behandlungskosten könnte sich bei der OÖGKK auf insgesamt 68 Millionen Euro summieren. Da Kinder rund 20 Prozent der betreuten Personen der OÖGKK ausmachen, würden sich - falls diese von den Selbstbehalten ausgenommen werden - die jeweiligen Summen um ungefähr diesen Prozentsatz reduzieren. OÖGKK-Obmann Helmut Oberchristl: "Auf Österreich hochgerechnet liegen unsere Werte deutlich über jenen, die das Institut für Höhere Studien vorgelegt hat. Die vom IHS skizzierten negativen Folgen von Selbstbehalten würden demnach noch weit gravierender ausfallen."

In diesem Zusammenhang verweist OÖGKK-Obmann Oberchristl erneut auf die soziale Unausgewogenheit von Selbstbehalten. Diese treffen nur Kranke und besonders jene Personen, die es wegen schwerer und chronischer Erkrankungen ohnehin nicht leicht haben. Oberchristl:
"Bei der OÖGKK brauchen 1,69 Prozent der Patienten ein Viertel der Leistungen. Die Hälfte der Gesundheitsleistungen wird von nicht mehr als 6,65 Prozent der Patientinnen und Patienten benötigt. Das sind gleichzeitig jene Menschen, die von Selbstbehalten besonders betroffen wären."

Rückfragen & Kontakt:

OÖ Gebietskrankenkasse
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (0732) 7807 - 2610

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GKO0001