Frais: Gehrers Stundenkürzungen verursachen Chaos

Verunsicherung in Konferenzzimmern, Existenzängste bei jüngeren Lehrern

Linz (OTS) - Obwohl jetzt sämtliche Vorbereitungsarbeiten für das kommende Schuljahr 2003/04 fällig sind, ist die umstrittene "Stundenreduktionsverordnung" bis zum heutigen Tag nicht kundgemacht. SP-Klubobmann Frais sieht seine Befürchtungen hinsichtlich Gehrers "Chaospolitik" bestätigt: "In den Konferenzzimmern herrscht Ratlosigkeit, wie das nächste Schuljahr organisiert werden soll. Vor allem das Bestehen und die Art und Weise von Schwerpunktprojekten und Schulprofilen sind angesichts Gehrers konzeptloser Vorgehensweise völlig unklar. Wegen ihrer Stundenreduktionen können nicht einmal mehr ihre eigene Maturaverordnungen erfüllt werden!" Schlechte Neuigkeiten gibt es jedenfalls für jüngere Lehrer. "Diese werden zwar laut Gehrer nicht ‚gekündigt‘ - wahr ist viel mehr, dass viele ihren Job durch nicht Verlängerung der jeweils einjährig befristeten Lehrverpflichtung verlieren werden," so Frais.

"Wenn Gehrer erklärt, dass es zu keinen Kündigungen kommen wird, so sagt sie nur die halbe Wahrheit. Tatsache ist einerseits, dass neben einer Welle von Pensionierungen und Frühpensionierungen auch viele derzeit teilzeitbeschäftigte Lehrer, wegen der befürchteten Pensionsreform, in Vollzeit zurückkehren werden, um keinen ‚Pensionssturz‘ zu erleiden. Tatsache ist andererseits, dass viele einjährig befristete Verträge wegen der Stundenreduktion nicht verlängert werden. Da die Verträge jeweils von 1.9 bis 31.8. befristet sind, brauchen die Lehrer nicht ‚gekündigt‘ zu werden -ihre Dienstverhältnisse laufen einfach aus. In einem konkreten Fall läuft bei einer Vertragslehrerin, die seit sechs Jahren unterrichtet und deren Vertrag jeweils nur um ein Jahr verlängert wurde, der Vertrag wegen fehlender Stunden aus. Und dies, obwohl sie im November ein Kind erwartet und somit gut 2 Monate ohne Einkommen und ohne Job und auch nach der Geburt nur mit dem Kindergeld dastehen wird," erklärt Frais.

Der SP-Fraktionsvorsitzende im oberösterreichischen Landesschulrat Dr. Karl Frais zeigt die Defizite der Stundenkürzungen auf: "Ein Bildungsabbau ist in jedem Fall der falsche Weg. Wenn überhaupt, dann muss eine Maßnahme wie Stundenkürzungen als Teil in ein bildungspolitisches Gesamtkonzept eingebaut sein. Genau das hat der Landesschulrat auch beschlossen." Im Gegensatz dazu sehe man - so der SP-Klubobmann - dass die Ministerin bislang nicht einmal die Lehrpläne oder die Maturaverordnungen angepasst habe.

"Was hat Gehrer aus unserem Schulsystem gemacht?" fragt Frais. "Bei den berufstätigen Lehrern sinkt die Motivation aufgrund der chaotischen Bildungspolitik konstant - viele engagierte Junglehrer haben keine Chance auf einen Job und notwendige bildungspolitische Reformkonzepte und Schulprojekte bleiben auf der Strecke!"

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