GPA: Stundenreduktionen mit dem Rasenmäher treffen besonders Abendschulen

Gehrer gefährdet Höherqualifikation von Berufstätigen

Wien (GPA/ÖGB). "Die Förderung der Höherqualifikation von Berufstätigen dürfte für Bundesministerin Gehrer kein Anliegen mehr sein, auch wenn diese in der Regierungserklärung und auch sonst bei jeder passenden Gelegenheit vollmundig angekündigt worden ist", kritisiert die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) anlässlich der heutigen Streiks der AHS-LehrerInnen gegen die von der Bildungsministerin beabsichtigten Stundenkürzungen. Der Erfolg der Schulen für Berufstätige wird durch die Stundenkürzungen besonders gefährdet, da diese von Haus aus bereits eine um zirka 40 Prozent geringere Stundenzahl als die Regelschulen haben.++++

Ursprünglich waren auch die Abendschulen von Gehrers Kürzungen, die wie mit dem Rasenmäher und ausschließlich aus finanziellen Motiven erfolgen, wie alle anderen Schulen mit zwei Stunden betroffen. Auf Grund massiver Protestmaßnahmen - letztlich ersuchte sogar Bundespräsident Klestil um eine "informative Berichterstattung" - hat das Ministerium gegenüber dem auch von der GPA kritisierten Begutachtungsentwurf dann vordergründig eine Stunde zurückgegeben. Allerdings fehlen durch eine gleichzeitige Erhöhung der SchülerInnenzahlen pro Lehrerwerteinheit de facto noch immer rund eineinhalb Stunden. Die Kürzungen treffen voll die einzelnen Fachbereiche. Denn Turn- oder "Muße"-Stunden gibt es in diesem Bereich ohnehin nicht.

Durch den Wegfall von Stunden erhöhen sich die selbst zu erlernenden Stoffgebiete. Das bedeutet aber noch mehr Zeitaufwand. Die verordnete Kürzung der Stunden gefährdet die Basisausbildung der AbsolventInnen und schmälert die Anerkennung der Ausbildung im Beruf. Auch ist für die SchülerInnen der höheren Schultypen derzeit noch ein Weiterstudium an allen Universitäten möglich. Die eingeschlagene pädagogisch fahrlässig Vorgangsweise von Ministerin Gehrer gefährdet diesen Weg.

ÖGB, 26. Mai 2003
Nr. 426

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