OHNE DRÄNGELN SICHER ANS ZIEL

Auffahrunfälle auf Autobahnen sind gestiegen - KfV fordert konse-quente Überwachung des Sicherheitsabstands

Wien (OTS) - Vor allem auf Autobahnen ist das Phänomen "Drängeln" weit verbreitet. Für so manchen Kfz-Lenker scheint es regelrecht ein Sport zu sein, sich dicht ans Heck des vorderen Autofahrers zu kuscheln, damit diesen in die Bredouille und womöglich zu un-kontrollierten Handlungen zu bringen. Auch sogenannte Linksfahrer - deren Verhalten allerdings eine Gefährdung für die Verkehrssicherheit provoziert, in Österreich gilt das Rechtsfahrgebot! - sind keine Rechtfertigung für Drängler. Das lebensbedrohliche Verhalten von Autofahrern, die andere aggressiv vom Fahrstreifen verdrängen, ist hochgradig gefährlich.

Autobahn: Fast jeder zweite Unfall ein Auffahrunfall

Zahlreiche Unfälle sind die Folge, wie die Zahlen beweisen: Fast jeder vierte Unfall ist ein Auffahrunfall. Von allen Autobahnunfällen ist fast jeder zweite ein Auffahrunfall. Im Jahr 2002 gab es insgesamt 93 Getötete bei Auffahrunfällen - im Vergleich zu 2001 bedeutet das eine Steigerung um 45 Prozent! Dazu Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV): "Der Auffahrunfall gilt nach wie vor als einer der negativen Spitzenreiter in punkto Unfallzahlen. Um lebensbedrohli che "Drängler" auf ihr beinahe schon kriminelles Verhalten aufmerksam zu machen, ist eine systematische Kontrolltätigkeit des Sicherheitsabstands unumgänglich. Zudem muss endlich eine klare gesetzliche Regelung des Abstands her!"

Zwei Sekunden Abstand
Als Faustregel für den Sicherheitsabstand gilt - wie auch in den Fahrschulen immer wieder propagiert: Zwei Sekunden Abstand zum Vordermann. Die Wahrscheinlichkeit von gefährlichem Verhalten kann dadurch besser abgeschätzt werden.

Höhere Strafen für Raser

Auch mit der Toleranz gegenüber Geschwindigkeitsübertretern soll Schluss sein. Laut einer KfV-Studie halten beinahe ein Drittel aller Pkw und rund 25 Prozent der Lkw einen Abstand von weniger als einer Sekunde! Ein Kuriosum ist: Je schneller gefahren wird, desto kürzer sind die Abstände. "Zeitlücken, die bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h und mehr, weniger als eine Sekunde betragen sind jedoch tödlicher Leichtsinn. Eine höhere Bestrafung bei der Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ist angemessen. Die Strafhöhen liegen hierzulande im Vergleich zu anderen europäischen Staaten äußerst niedrig", zeigt Thann wenig Verständnis für Raser.

13 Todesopfer im Straßenverkehr während der vergangenen Woche, davon 4 am Wochenende

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 8 Pkw-Insassen (davon 6 Lenker), 4 Motorrad-Lenker und 1 Radfahrer ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser

tödlichen Verkehrsunfälle mussten nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (3), Übermüdung (2), Überholen (4) und

Wildunfall (1) festgestellt werden. Bei 1 Verkehrsunfall konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. Alkoholisierung war bei 1 Unfall Mitursache. 4 der 11 Unfälle waren Alleinunfälle. 1 tödlich verletzter Fahrzeuginsasse war nicht angegurtet. Vom 1. Jän-ner bis zum 25. Mai dieses Jahresgab es damit auf dem österreichischen

Straßen-netz vorläufig 285 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende März), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 309 Menschen tödlich.

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Kuratorium für Verkehrssicherheit
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