Greenpeace: AKW Krsko bleibt Sorgenkind

Slowenien hat EU-Vorgaben immer noch nicht erfüllt

Klagenfurt/Wien (OTS) - Das erdbebengefährdete slowenische Atomkraftwerk Krsko verfehlt hartnäckig die Sicherheitsanforderungen der Europäischen Union. Slowenien wurde von der EU wiederholt aufgefordert, eine Erdbebenstudie für Krsko vorzulegen sowie die Unabhängigkeit der slowenischen Atomaufsichtsbehörde SNSA zu gewährleisten. Zuletzt erfolgte diese Aufforderung in einem Bericht der "Arbeitsgruppe zur nuklearen Sicherheit (WPNS)" im Juni 2002, jedoch ohne Ergebnis. "Slowenien ignoriert nicht nur die Aufforderungen der EU, sondern vor allem die Ängste der Menschen vor einem Atomunfall. Und die österreichische Bundesregierung schaut untätig zu", ärgert sich Greenpeace-Geschäftsführer Bernhard Drumel. "Wer die Atompolitik selbst in die Hand nehmen will, der muss das Greenpeace-Volksbegehren für den europaweiten Atomausstieg unterschreiben", so Drumel weiter.

Beim slowenischen AKW Krsko handelt es sich um einen Druckwasserreaktor amerikanischer Herkunft mit 632 Megawatt Nettoleistung. Der Atommeiler befindet sich knapp 100 km von der österreichischen Grenze entfernt und ist seit 1983 in Betrieb. Die Anlage befindet sich in einem seismisch aktiven Gebiet, in dem bereits Erdbeben auftraten, die stärker waren als in der Bauweise von Krsko vorgesehen. Nach wiederholten Warnungen von Expertenseite wurden im Jahr 1999 wenigstens die zwei Dampfgeneratoren der Anlage ausgetauscht. Da die Generatoren direkt mit dem Reaktor gekoppelt und für die Dampfabfuhr mitverantwortlich sind, könnte ein Generatoren-Defekt zu einer unkontrollierbaren Kettenreaktion führen. Die Betriebsdauer von Krsko ist bis 2023 ausgelegt. Da es sich um einen westlichen Reaktortyp handelt, ist kaum zu erwarten, dass die EU gegenüber Laibach eine vorzeitige Abschaltung durchsetzen kann.

Angesichts des bevorstehenden Comebacks der Europäischen Atomindustrie setzt Greenpeace mit dem Volksbegehren "Atomkraft raus aus Europa" auf ein klares Zeichen in Richtung Brüssel: Ziel des Greenpeace-Volksbegehrens (10.-17. Juni) ist ein österreichisches Verfassungsgesetz, mit dem die Mitglieder der Bundesregierung verpflichtet werden, auf EU-Ebene für den europaweiten Atomausstieg einzutreten. Bei Förderungen für die Atomindustrie, wie z.B. die Aufstockung der Euratom-Kredite herrscht in den EU-Ministerräten Einstimmigkeit. Andere Länder sollen sich diesem Signal anschließen. "Mit dem Anti-Atom-Volksbegehren wollen wir eine Kettenreaktion der anderen Art in Europa auslösen", so Bernhard Drumel abschließend.

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