Waneck: Weltnichtrauchertag - Neue Wege in der Raucherprävention

Schwerpunkt der gesundheitspolitischen Maßnahmen bei Jugendlichen

Graz, (BMGF/STS) – "Die nationale und internationale Gesundheitspolitik ist damit konfrontiert, dass Rauchen die wichtigste durch Verhaltensänderung vermeidbare Einzelursache für Erkrankungen und vorzeitige Todesfälle ist", so heute FP-Gesundheitsstaatssekretär Univ. Prof. Dr. Reinhart Waneck bei einer Pressekonferenz in Graz. "Weltweit führt das Rauchen pro Jahr zu rund 3,5 Millionen Todesfällen, Tendenz steigend." *****

Aus Publikationen der Weltbank sowie der WHO gehe hervor, dass ca. die Hälfte der Langzeitraucher an den Folgen des Tabakkonsums sterben würden, wobei 50Prozent davon 20–25 Lebensjahre verlieren würden. "Dabei ist der Tabakkonsum das größte abwendbare Risiko für die menschliche Gesundheit", betonte Waneck.

Mit zunehmender Raucherdauer hätten Raucher und Raucherinnen eine bis zu dreimal höhere Sterberate als Nichtraucher, und zwar in allen Altersgruppen. RaucherInnen, die seit ihrem Jugendalter regelmäßig rauchen, hätten durchschnittlich ein um 50 Prozent höheres Risiko, an den Folgeschäden des Rauchen zu sterben, so Waneck. In Österreich würden etwa 14.000 Personen jährlich an den Folgen des Tabakkonsums sterben. Die häufigsten Krankheits- und Todesursachen in Folge des Rauchens seien Herz- Kreislauferkrankungen, Krebs (vor allem Lungenkrebs), chronische Bronchitis und obstruktive Atemwegserkrankungen, erklärte Waneck.

Eine weitere WHO-Studie könne nachweisen, dass sich die weltweit durch Rauchen verursachten Todesfälle in den nächsten zwei Jahrzehnten verdreifachen könnten. Auch Österreich bliebe von dem Problem Rauchen nicht verschont. Nach einer Umfrage aus dem Jahr 2001 rauchen 29 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher. Das bedeute, dass in Österreich rund 2,3 Millionen Menschen rauchen, von denen 1/3, also fast 800.000 Menschen stark nikotinabhängig und damit schwer krankheitsgefährdet seien, so der Staatssekretär.

"Insbesondere besorgniserregend ist, dass der Griff zur Zigarette in immer jüngeren Jahren erfolgt und dass es dabei auch zu einer deutlichen Verschiebung im Geschlechterverhältnis gekommen ist", betonte Waneck. Der durchschnittliche Zigarettenkonsum läge bei jenen, die täglich rauchen, bei einem halben bis einem Paket pro Tag. Es gebe in Österreich gar nicht wenige Raucherinnen und Raucher die gerne mit dem Rauchen entweder ganz aufhören oder ihren Tabakkonsum zumindest reduzieren würden. Dies seinen in Zahlen 55 Prozent der Raucher oder 1,3 Millionen. Neueren Berichten zufolge wollen sogar rund 70Prozent aufhören. Viele dieser Personen würden Hilfsmittel wie Nikotinersatz-Therapie (Kaugummi, Pflaster, Inhalator oder Nasen-Spray) oder den Wirkstoff Bupropion Hydrochlorid in Anspruch nehmen. Diese Hilfsmittel würden die Chance auf einen langfristigen Erfolg um ein Vielfaches erhöhen und können bei der Bewältigung von Abhängigkeit, Entzugserscheinungen oder Gewichtszunahme entscheidend helfen, so Waneck.

"RaucherInnen gefährden nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch die Gesundheit andere Menschen, die dem sogenannten "Passivrauchen" ausgesetzt sind", sagte Waneck. Tabakrauch enthalte mehr als 4000 Chemikalien, darunter viele krebserzeugende und giftige Substanzen. Nicht zuletzt seien aber auch Nichtraucherinnen und Nichtraucher von der Thematik betroffen, da sie dem Tabakrauch ausgesetzt seien. "Die im ausgestoßenem Tabakrauch enthaltenen Schadstoffe und Gifte führen zu Beeinträchtigungen bis hin zu ernst zu nehmenden Gesundheitsschäden", betonte Waneck. In besonderem Maße von den Folgen des Passivrauchens betroffen seien unsere Nachkommen. Einer WHO-Publikation zufolge führe Passivrauchen bei Ungeborenen und Kleinkindern zu reduziertem Geburtsgewicht, schwereren und vermehrt chronischen Atemswegserkrankungen, Mittelohrerkrankungen und reduzierter Lungenfunktion. Darüber hinaus vermute man, dass Rauchen während der Schwangerschaft eine der Hauptursachen für plötzlichen Kindstod sei, so Waneck.

Ziel der Gesundheitspolitik müsse einerseits die Verhütung des Rauchens sein – in diesem Bereich seien insbesondere die präventiven Projekte zu erwähnen, die durch den Fonds Gesundes Österreich gefördert würden. Andererseits gelte es, Raucherinnen und Raucher beim Entschluss, das Rauchen zu reduzieren oder ganz aufzuhören, zu unterstützen und zu begleiten. Hier seien auch verstärkt die Gesundheitsberufe – Ärzteschaft, Zahnärzte, Apotheker, Psychologen etc.- aufgerufen, aktiv motivierend und helfend mitzuwirken, so der Staatssekretär.

"Denn gesundheitlich ist es in jedem Alter und zu jeder Zeit ausschließlich ein Gewinn, mit dem Rauchen aufzuhören oder das Rauchen zumindest zu reduzieren", schloss Waneck. (Schluss) cc bxf

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