ARBÖ: Statt Lkw-Kommission effiziente Arbeitgruppen

Ferienreiseverordnung sollte Güter- und Reiseverkehr stärker entflechten

Wien (OTS) - Der ARBÖ begrüßt zwar die Ankündigung vom Verkehrsminister Hubert Gorbach eine Lkw-Kommission einzurichten, wenn sie nach dem Muster der Tunnelkommission gestaltet wird. "Rasche Entscheidungen sind von so einer Kommission allerdings nicht zu erwarten", schränkt ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar ein und schlägt als effizientere Alternative vor, Arbeitsgruppen mit konkreten Aufgabengebieten einzurichten. Dabei sollte eine internationale Abstimmung mit den bereits im deutschen Verkehrsministerium installierten Arbeitsgruppen erfolgen.

Ein Schulbusbrand heute früh in Frankfurt, vor allem aber die zwei Busunfälle im ungarischen Siofok und im französischen Lyon, bei dem 61 deutsche Urlauber getötet wurden sowie zahlreichen Unfälle von Kleintransportern haben in Deutschland eine Reihe von Überlegungen ausgelöst, den Personen- und Gütertransport verkehrssicherheitsmäßig in den Griff zu bekommen.

Nach Ansicht der ARBÖ müssen auch in Österreich größte Anstrengungen nach höherer Sicherheit bei Lkw und Bussen unternommen und insbesondere die Problematik der unfallträchtigen Kleintransporte mit Nachdruck angegangen werden. Dabei darf die Sicherheit der Lkw-und Buslenker nicht außer Acht gelassen werden. Es zeigt sich, dass die Anschnallquote gerade im Güterverkehr nicht sehr hoch ist und daher eine massive Eigengefährdung der Lenker gegeben ist. In Deutschland schnallen sich nach einer repräsentativen Befragung nur 15 Prozent der Lkw-Fahrer an! Bei allen Überlegungen des österreichischen Verkehrsministers muss - in Einbindung der Arbeitnehmervertreter - die Einhaltung der Fahr- und Ruhezeiten eine zentrale Rolle spielen. Dr. Hellar: "Ohne entsprechende Überwachung der Bestimmungen auf Anordnung des Innenministers können kurzfristig aber keine Erfolge im Güter- und Busverkehr erzielt werden."

Größtes Augenmerk ist auf den Transport mit gefährlichen Gütern zu legen. Der ARBÖ wiederholt seine Vorschlag, mit Hilfe der Ferienreiseverordnung an den verkehrsintensiven Reisewochenenden den Transport gefährlicher Güter schon in der Nacht von Freitag auf Samstag zu verbieten, da die Urlauberreisewellen erfahrungsgemäß bereits in der Nacht einsetzen. Außerdem müsse in der in Begutachtung befindlichen Ferienreiseverordnung Vorsorge gegen die Konvois ausländischer Klein-Lkw getroffen werden, mit denen das Wochenendfahrverbot unterlaufen werde.

Von der Wirtschaftskammer Österreich erwartet sich der ARBÖ mehr Aussagen zur Verkehrssicherheit der Lenker und zur Reduktion der Unfallhäufigkeit. Allen Anschein nach, ist die Wirtschaftskammer aber mit steuerlichen Fragen im Hinblick auf die kommende Lkw-Maut zu sehr beschäftigt.

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