• 26.05.2003, 09:57:08
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ARBÖ: Statt Lkw-Kommission effiziente Arbeitgruppen

Ferienreiseverordnung sollte Güter- und Reiseverkehr stärker entflechten

Wien (OTS) - Der ARBÖ begrüßt zwar die Ankündigung vom
Verkehrsminister Hubert Gorbach eine Lkw-Kommission einzurichten,
wenn sie nach dem Muster der Tunnelkommission gestaltet wird. "Rasche
Entscheidungen sind von so einer Kommission allerdings nicht zu
erwarten", schränkt ARBÖ-Generalsekretär Dr. Rudolf Hellar ein und
schlägt als effizientere Alternative vor, Arbeitsgruppen mit
konkreten Aufgabengebieten einzurichten. Dabei sollte eine
internationale Abstimmung mit den bereits im deutschen
Verkehrsministerium installierten Arbeitsgruppen erfolgen.

Ein Schulbusbrand heute früh in Frankfurt, vor allem aber die zwei
Busunfälle im ungarischen Siofok und im französischen Lyon, bei dem
61 deutsche Urlauber getötet wurden sowie zahlreichen Unfälle von
Kleintransportern haben in Deutschland eine Reihe von Überlegungen
ausgelöst, den Personen- und Gütertransport verkehrssicherheitsmäßig
in den Griff zu bekommen.

Nach Ansicht der ARBÖ müssen auch in Österreich größte
Anstrengungen nach höherer Sicherheit bei Lkw und Bussen unternommen
und insbesondere die Problematik der unfallträchtigen Kleintransporte
mit Nachdruck angegangen werden. Dabei darf die Sicherheit der Lkw-
und Buslenker nicht außer Acht gelassen werden. Es zeigt sich, dass
die Anschnallquote gerade im Güterverkehr nicht sehr hoch ist und
daher eine massive Eigengefährdung der Lenker gegeben ist. In
Deutschland schnallen sich nach einer repräsentativen Befragung nur
15 Prozent der Lkw-Fahrer an! Bei allen Überlegungen des
österreichischen Verkehrsministers muss - in Einbindung der
Arbeitnehmervertreter - die Einhaltung der Fahr- und Ruhezeiten eine
zentrale Rolle spielen. Dr. Hellar: "Ohne entsprechende Überwachung
der Bestimmungen auf Anordnung des Innenministers können kurzfristig
aber keine Erfolge im Güter- und Busverkehr erzielt werden."

Größtes Augenmerk ist auf den Transport mit gefährlichen Gütern zu
legen. Der ARBÖ wiederholt seine Vorschlag, mit Hilfe der
Ferienreiseverordnung an den verkehrsintensiven Reisewochenenden den
Transport gefährlicher Güter schon in der Nacht von Freitag auf
Samstag zu verbieten, da die Urlauberreisewellen erfahrungsgemäß
bereits in der Nacht einsetzen. Außerdem müsse in der in Begutachtung
befindlichen Ferienreiseverordnung Vorsorge gegen die Konvois
ausländischer Klein-Lkw getroffen werden, mit denen das
Wochenendfahrverbot unterlaufen werde.

Von der Wirtschaftskammer Österreich erwartet sich der ARBÖ mehr
Aussagen zur Verkehrssicherheit der Lenker und zur Reduktion der
Unfallhäufigkeit. Allen Anschein nach, ist die Wirtschaftskammer aber
mit steuerlichen Fragen im Hinblick auf die kommende Lkw-Maut zu sehr
beschäftigt.

OTS0035    2003-05-26/09:57

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