Sallmutter zu Tomandl: Wissenschaft soll fair und gesamtheitlich argumentieren

GPA-Vorsitzender kritisiert den Leiter der Reformkommission

(GPA/ÖGB). Kritik an den Äußerungen des Leiters der Pensionsreformkommission, Theodor Tomandl, im heutigen Morgenjournal übt der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Hans Sallmutter. "Wenn Professor Tomandl sagt, die Regierung sei in ihren Angeboten zu weit gegangen, so liegt hier eine politische Äußerung eines Wissenschaftlers vor, die weder fair ist, noch die Gesamtheit des gestrigen Verhandlungsstandes beinhaltet", erklärt Sallmutter.++++

"Was Professor Tomandl nicht beachtet oder bewußt ignoriert, ist die Tatsache, dass die Abminderungsangebote der Bundesregierung, wie die 10 prozentige Deckelung der Verluste, nur unter der Bedingung einer Einführung eines sogenannten Solidaritätsbeitrages der Arbeiter, Angestellten, Bauern und Selbständigen in der Höhe von 0,5 Prozent gemacht wurden. Das bedeutet für diese Gruppen eine jährliche Zusatzbelastung von rund 313 Mio EUR (bezogen auf das Jahr 2002!). Das heißt, sie würden in den Jahren 2004 - 2006 insgesamt etwa 1 Mrd. EUR an zusätzlichen Beiträgen abliefern. Wenn es dafür als Gegenleistung keine wirklich substanziellen Verbesserungen, etwa bei der Frühpension, gibt, zahlen die ArbeitnehmerInnen für die Abfederungen letztendlich mehr als sie ihnen bringen! Die Öffentlichkeit wird verstehen, dass ein solches Angebot nicht annehmbar ist. Gerade Wissenschafter sollten in diesen Tagen bei Äußerungen sehr behutsam und ausgewogen argumentieren und keine Verhandlungsseite durch verkürzte Darstellungen desavouieren" argumentiert der GPA-Vorsitzende.

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