Nürnberger: Schüssel soll sofort weiterverhandeln

. Montag Abend abzuwarten sei durchsichtig

Wien (GMT/ÖGB). Rudolf Nürnberger, Vorsitzender der Gewerkschaft Metall - Textil und Vizepräsident des ÖGB, fordert Bundeskanzler Schüssel auf, die Sozialpartner-Verhandlungen über die Pensionsreform noch dieses Wochenende fortzusetzen.++++

"Im Interesse der Menschen des Landes und ihrer Schicksale soll der Bundeskanzler noch heute oder morgen mit den Sozialpartnern weitere Gespräche über die Pensionsreform führen," fordert Nürnberger. "Wir Gewerkschafter sind fit und ausgeschlafen, es gibt keinen Grund, bis Montag Abend zu warten." Der von Schüssel angebotene Termin am Montag Abend könnte außerdem wohl kaum in entspannter Atmosphäre stattfinden. Nürnberger: "Der Kanzler weiß, dass die Menschen die jetzt vorliegende Reform ablehnen und das auch weiter kundtun werden, konkret ab kommenden Dienstag früh. Uns daher für Montag Abend einen Termin anzubieten, ist - freundlich gesagt -ziemlich durchsichtig."

Der ÖGB hätte der Bundesregierung am 23. April, genau vor einem Monat, gemeinsam mit den anderen Sozialpartnern angeboten, bis Ende September gemeinsam eine umfassende Reform auszuarbeiten. "Inzwischen hat es vier runde Tische gegeben, und es stellt sich die Frage, ob man die Zeit nicht sinnvoller für die Erarbeitung des vorgeschlagenen Sozialpartner-Modells hätte nutzen können. Denn in den uns wichtigen Punkten, in der Frage der Abschaffung der Frühpensionen und bei den kurzfristigen Pensionskürzungen, hat es bis heute kein Entgegenkommen der Bundesregierung gegeben. Unterm Strich bleibt weiter ‚länger arbeiten für weniger Pension' und das besonders für Frauen."

"Die Bundesregierung sollte die Chance, ihre Verantwortung für die Menschen im Land wahrzunehmen, nicht leichtsinnig vertun. Die Vertreter der Regierung müssen, besonders nach dem 6. und 13. Mai, wissen, dass die Menschen im Land diese Reform so nicht wollen. Selbstverständlich werden die Gewerkschaften jede Einladung zu weiteren Gesprächen annehmen," sagt Nürnberger bezugnehmend auf den von Schüssel für kommenden Montag angekündigten Termin. "Und selbstverständlich weiß der Kanzler, dass wir die Interessen der arbeitenden Menschen vertreten - sei das in Verhandlungen oder sei das bei anderen uns geeignet erscheinenden Aktionen. Es liegt am Kanzler, wo wir das tun - unsere Telefonleitungen sind sozusagen jederzeit offen, auch am Wochenende."

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