• 23.05.2003, 15:00:19
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Wöchentlicher Finanzmarktkommentar der Volksbank Investmentbank: 26.5. bis 30.5.2003

Wien (OTS) - Der Index der Frühindikatoren für die wirtschaftliche
Aktivität in den USA ist im April wie erwartet um 0,1% gestiegen und
zeigt somit auf einen moderaten Anstieg der Wirtschaftsaktivität in
den kommenden Monaten hin. Auch US-Notenbank-Chef Alan Greenspan hat
die Hoffnung aufrechterhalten, dass die US-Wirtschaft das
Wachstumstempo in den kommenden Monaten erhöhen kann. Zugleich
betonte er die Wachsamkeit der Fed gegenüber der Gefahr einer
Deflation. Das Wirtschaftsklima in der Euro-Zone hat sich einer
Umfrage des Ifo zufolge im April ebenfalls etwas verbessert, die
realwirtschaftliche Lage ist aber weiterhin angespannt. So sieht die
Deutsche Bundesbank im jüngsten Monatsbericht keine Anzeichen für
einen konjunkturellen Aufschwung in Deutschland.

Die Geldmarktzinsen sind in den USA unverändert tief und die
Geldmarktkurve invers. Greenspan lege sich in seinem jüngsten Bericht
an den Kongress noch nicht auf einen grundlegenden Konjunkturtrend
fest, gab sich aber vorsichtig optimistisch und es ist daher
unwahrscheinlich, dass die US-Notenbank bei ihrem nächsten
Zinstreffen im Juni die Geldpolitik lockern wird. Die Geldmarktzinsen
in der Eurozone sind auch in der letzten Woche wieder gefallen.
Aufgrund der steigenden Erwartung einer weiteren Leitzinssenkung
sollte dieser Trend auch in dieser Woche Bestand haben.

Deflationsgefahr und schlechte Arbeitsmarktdaten haben die
US-Anleiherenditen weiter auf Talfahrt geschickt. Speziell im
mittleren und langen Laufzeitbereich sind die Renditen mittlerweile
auf historische Tiefststände gefallen. Dazu kommt sowohl in den USA
als auch in Europa die Hoffnung auf weitere Impulse seitens der
Geldpolitik, die nicht nur in Zinsschritten sondern auch im Ankauf
von Anleihen bestehen können. In der Eurozone tendierten die
Anleiherenditen in der letzten Woche seitwärts. Angesichts der
schwachen Wirtschaftslage erwarten wir in dieser Woche hier keine
Veränderungen.

Der Euro setzte seine Aufwertungstendenz fort und überschritt
erstmals wieder das Niveau seiner Erstnotiz von Anfang 1999
(4.1.1999: 1,174 US-Dollar/Euro). Der vorsichtig optimistische
Konjunkturausblick des Chefs der US-Notenbank, Alan Greenspan, hat
den Dollar zuletzt kurzfristig stabilisiert. Wir gehen davon aus,
dass der starke Euroanstieg vorerst gestoppt ist und die Märkte die
nächste Zinsentscheidung der EZB abwarten. Mittlerweile gibt es die
ersten Warnungen, dass mit der jüngsten starken und raschen
Aufwertung des Euro von außenwirtschaftlicher Seite zusätzlich
bremsende Effekte auf die angeschlagene Konjunktur der Eurozone und
insbesondere der Deutschlands ausgehen könnten. Neben Japan ist
Deutschland der weltweit größte Exporteur. Der japanische Yen dürfte
auch diese Woche zum Euro zur Schwäche neigen, zu Dollar erwarten wir
eine Seitwärtsbewegung.

Die ökonomischen Rahmenbedingungen haben sich für die Aktienmärkte
nicht verändert. In den USA konnte Greenspan für etwas Optimismus
sorgen, in Europa präsentiert sich das wirtschaftliche Umfeld
weiterhin schwach. Ein erneuter, verhaltener Konjunkturoptimismus
nach der Rede von Fed-Chef Greenspan ließ die amerikanischen
Aktienmärkte wieder ansteigen. Auch positive Unternehmensberichte
trugen zum Optimismus an den Börsen bei. In Deutschland konnte der
Dax den Vorgaben aus den USA vorerst nicht folgen und verlor leicht
an Wert. Auch der ATX musste in der vergangenen Woche leicht an Wert
einbüssen. Da sich die Unternehmensberichtssaison dem Ende zuneigt,
werden sich die Märkte wieder auf Wirtschaftsdaten konzentrieren. In
Europa werden vor allem der Ifo-Geschäftsklima-Index und die
deutschen Preisdaten von Interesse sein. Das lange Wochenende in den
USA und UK sowie der Feiertag in einigen europäischen Staaten lassen
eher eine ruhige Woche erwarten. Für diese Woche erwarten wir bei den
wichtigsten Aktienindizes eine Seitwärtsbewegung.

OTS0225    2003-05-23/15:00

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