• 23.05.2003, 11:52:22
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  • OTS0137 OTW0137

Gaßner: Öffentliche Schulen nicht für Deutschkurse qualifiziert? - Parlamentarische Anfrage soll Klarheit schaffen

Wien (SK) Mit der Änderung des Fremdengesetzes 2002 wurden in
Österreich lebende AusländerInnen dazu verpflichtet, einen
Deutschkurs zu absolvieren, um ihre Aufenthaltsbewilligung zu
erlangen bzw. nicht zu verlieren. Die diesbezügliche Verordnung
schreibt fest, welche Personen und Institutionen solche Deutschkurse
anbieten dürfen. Dazu zählen Institutionen der Erwachsenenbildung
sowie private, humanitäre oder religiöse Einrichtungen. An
öffentliche Schulen wurde nicht gedacht. "Es ist nicht verständlich,
warum eine öffentliche Schule als Institution nicht ausreichend
qualifiziert sein soll, Sprachkurse für Erwachsene, die gerade erst
Deutsch lernen, anzubieten. Hier wären sowohl Infrastruktur als auch
erfahrenes qualifiziertes Lehrpersonal bereits vorhanden", erläuterte
der SPÖ-Kommunalsprecher Kurt Gaßner am Freitag gegenüber dem
Pressedienst der SPÖ. ****

Die Hauptschule Schwertberg bietet seit geraumer Zeit Deutschkurse
für die Mütter der SchülerInnen nichtdeutscher Muttersprache an.
Diese Kurse werden mit großer Begeisterung in Anspruch genommen und
bedeuten einen wichtigen Fortschritt für die soziale und kulturelle
Integration der betroffenen Mütter und letztlich auch ihrer Kinder.
"Für das Zusammenleben der Menschen und die Integration dieser Eltern
in Schwertberg leisten diese Deutschkurse einen wertvollen Beitrag.
Nicht nur die Sprachkompetenzen, sondern auch der soziale Kontakt
zwischen Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen werden auf diese Weise
gefördert", freut sich der Schwertberger Bürgermeister und
SPÖ-Nationalratsabgeordnete Kurt Gaßner.

Der Direktor der Hauptschule Schwertberg, Leo Hochgatterer, hatte
sich, so Gaßner, mit großem Engagement darum bemüht, eine
Zertifizierung als offizieller Kursträger für
Deutsch-Integrationskurse zu erlangen - leider ohne Erfolg. Ihm wurde
mitgeteilt, dass die Schule nicht über die rechtlichen Grundlagen für
eine Zertifizierung verfüge.

In der genannten Verordnung wird mehrmals betont, dass bei den
verpflichtenden Deutschkursen die lernende Person im Mittelpunkt
stehen und "persönlich bedeutsames Lernen" gefördert werden soll.
Weiters soll die deutsche Sprache als Ausdrucksform der Umwelt bzw.
des Lebensraumes der Betreffenden - im Hinblick auf eine bessere
Integration - vermittelt werden.

"Im Falle der Hauptschule Schwertberg sind diese Anforderungen in
optimaler Weise erfüllt. Die KursbesucherInnen lernen nicht nur die
Schule und die LehrerInnen ihrer Kinder, sondern auch ihren
Lebensraum Schwertberg besser kennen. Leider wird diese höchst
integrative Form des Sprachunterrichts nicht offiziell anerkannt",
bedauerte Gaßner.

Der SPÖ-Abgeordnete hat nun eine parlamentarische Anfrage
eingebracht. Innenminister Strasser soll Stellung nehmen und
erklären, warum öffentliche Schulen nicht als Kursträger zertifiziert
werden können. "Wenn es dem Innenminister tatsächlich darum geht, die
Menschen in ihrer Integration zu unterstützen, soll er dies durch
eine entsprechende Änderung seiner Verordnung auch tun.
Offensichtlich wurde auf öffentliche Schulen als Kursanbieter
vergessen", so Gaßner abschließend. (Schluss) ml/mm/mp

OTS0137    2003-05-23/11:52

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