ÖAMTC will Zahl der Lkw-Unfälle sofort reduzieren

Club lädt Expertenrunde mit Minister Gorbach zur Initiative "Sicherer Schwerverkehr"

Wien (ÖAMTC-Presse) - Nachdem die Serie schwerer Lkw-Unfälle nicht abreißt und 60 Prozent der Straßenbenützer Lkw als Bedrohung empfinden, hat der ÖAMTC alle Verantwortlichen zu einem Runden Tisch auf höchster Ebene geladen. Diese am 28. Mai vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie unterstützte Gipfelkonferenz basiert auf der ÖAMTC-Initiative "Sicherer Schwerverkehr" und findet unter der persönlichen Mitwirkung von Bundesminister Hubert Gorbach statt.

Die jüngsten Lkw-Unfälle beweisen einmal mehr die Notwendigkeit nach besseren Rahmenbedingungen für den Schwerverkehr. Erst heute Morgen, Freitag, kam es auf der A9, der Pyhrn-Autobahn, im einröhrigen Plabutschtunnel zu einem Frontalzusammenstoß zwischen einem Lkw und einem Kleinlaster. Wegen der Bergungsarbeiten war der Tunnel stundenlang gesperrt.

Die Lkw-Unfälle mit schweren Folgen ereignen sich entweder im unzureichend ausgebauten Straßennetz oder deshalb, weil übermüdete Lenker mit schlecht gesicherter Ladung auf gefährlichen Fahrzeugen unterwegs sind. Erst vor kurzem war es wiederum im Plabutschtunnel zur Frontalkollision zweier Lkw mit tödlichem Ausgang gekommen. "In Österreich gibt es 15 solche Problemtunnel mit Gegenverkehr, die nicht mehr der kommenden EU-Richtlinie entsprechen. Der ÖAMTC fordert deshalb, den beschleunigten Ausbau der zweiten Tunnelröhren", sagt Tunnelexperte Willy Matzke.

Sicherheit braucht Platz - Ausgebaute Autobahnen senken Unfallzahlen um zwei Drittel

Gestern waren in einen Unfall auf der A1, der West-Autobahn, Höhe St. Pölten gleich fünf Lkw verwickelt. Der Abschnitt, in dem sich der Unfall ereignet hat, wird erst im nächsten Jahr europareif auf drei Fahrstreifen erweitert. Er zählt wegen der zu kurzen Beschleunigungsspuren bei den Einfahrten genauso zu den Unfallschwerpunkten wie jene Abschnitte mit zu schmalen Seitenstreifen. Auf der A 8, der Innkreis-Autobahn, der A 22, der Donauufer-Autobahn zwischen Korneuburg und Stockerau und auch auf der A 2, im Wechselabschnitt der Süd-Autobahn blockieren defekte Lkw ohne Absicherung immer wieder den ersten Fahrstreifen. Nur eine rasche Verbreiterung der Autobahnen und der Einbau von Pannenbuchten kann nach Ansicht des ÖAMTC Abhilfe schaffen.

"Auf dementsprechend ausgebauten Autobahn-Abschnitten ist die Zahl der Unfälle insgesamt um 50 Prozent zurückgegangen, bei Nässe sogar um zwei Drittel", weiß Matzke aus Studienergebnissen des NÖ Straßendienstes. "Bei Lkw wurde ein Rückgang von nur 19 Prozent registriert. Dieser Umstand muss dringend untersucht werden." Die Zahl der Unfalltoten in den ausgebauten Abschnitten ging von vorher zehn auf nachher nur noch einen Toten dramatisch zurück, die Zahl der Verletzten ist um 50 Prozent gesunken.

Bei einer Schwerpunkt-Überprüfung hat jüngst die steirische Verkehrsgendarmerie festgestellt, dass zwei Drittel der überprüften Lkw technisch mangelhaft waren. Es müssten daher viel mehr Lkw-Kontrollplätze eingerichtet werden, wofür sich nach Ansicht des ÖAMTC auch die nicht mehr benötigten Amtsplätze an den Grenzen anbieten. Für die Einhaltung der Ruhepausen für die Lenker müssen die in Europa längst üblichen Lkw-Rasthöfe endlich auch in Österreich gebaut werden.

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ÖAMTC-Pressestelle/Sabine Fichtinger

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