Laufschuh-Hersteller im Ethik-Test des "Konsument"

Keine Marke verdient sich Lorbeeren in Sachen Fairness. Adidas und Nike machen es etwas besser als der Rest der Branche.

Wien (OTS) - Wer den Vienna City Marathon erfolgreich absolvieren will, kann sich auf die hohe Qualität von Markenschuhen weitgehend verlassen. Aber in puncto Fairness schaffen die meisten Laufschuh-Hersteller nicht einmal die Mindeststandards. Am besten schneiden noch Adidas und Nike ab, wie ein Ethik-Test der Zeitschrift "Konsument" zeigt.

Mit gutem Gewissen laufen - das wird einem nicht leicht gemacht. Denn die Arbeitsbedingungen bei der Herstellung von Laufschuhen sind katastrophal. Beim Ethik-Test kann daher nicht von einem "Testsieger" gesprochen werden. Gradmesser ist der derzeit übliche Branchendurchschnitt - und der befindet sich, zumindest im sozialen Bereich, auf einem äußerst niedrigen Niveau.

Immerhin gibt es seit einigen Jahren Bemühungen, die triste Lage in den Produktionsbetrieben auf ein Mindestniveau anzuheben. Die meisten Hersteller haben einen Verhaltenskodex erstellt, an dem sich die Zulieferbetriebe orientieren sollen. Doch die aufgestellten Regeln erfüllen nicht die Grundanforderungen der ILO (Internationale Arbeitsorganisation). So ist bis heute in keinem Verhaltenskodex eine existenzsichernde Entlohnung festgeschrieben. Außerdem wird die Einhaltung der Verhaltensregeln nur selten durch eine unabhängige Kontrollinstanz überprüft. Am ehesten erfüllen noch die Konzerne Adidas, Nike und Reebok die Erwartungen im sozialen Bereich; nicht zufällig handelt es sich um die selben Unternehmen, die in den vergangenen Jahren am stärksten der öffentlichen Kritik ausgesetzt waren.

Besser sieht es im Umweltbereich aus, wo führende Sportartikelhersteller ein Umweltmanagement-system nicht nur erstellt, sondern auch umgesetzt haben. In sechs Unternehmen gibt es mehr oder weniger konkrete Pläne, Schadstoffe aus der Produktion zu verbannen. Im Labor war bei den Modellen von Asics, Nike und Reebok kein PVC nachzuweisen.

Insgesamt nimmt Adidas in sieben von acht Untersuchungsbereichen eine Vorreiterrolle in der Branche ein, Nike in sechs. Es folgen New Balance, Reebok und Puma. Der Rest - darunter so klingende Namen wie Asics, Brooks, Fila oder Saucony, zeigt kaum Engagement in sozialen oder ökologischen Belangen.

Die Ethik-Erhebung wurde erstmals im Rahmen einer Kooperation europäischer Konsumenten-organisationen von "Stock at Stake", der Rating-Agentur der belgischen Zertifizierungsstelle "Ethibel", erstellt. Untersucht wurde das unternehmerische Verhalten im Hinblick auf Umwelt, Soziales und Informationsoffenheit. Der Ethiktest wird in der Juni-Ausgabe des Testmagazins "Konsument" veröffentlicht, die ab nächsten Mittwoch, 28. Mai, erhältlich ist.

In der selben Ausgabe erscheint auch ein Produkttest über die aktuellen Laufschuhmodelle (Markenschuhe ab 100 Euro). Am besten schnitten dabei Reebok Premier Stability DMX, Asics Gel-Kayano IX und Nike Air Skylon ab.

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