SPÖ-Reiter: Maresch-Argumente gegen U 6 langfristig kurzsichtig

. Mit gleichen Kritikpunkten Grünalternative bereits gegen U-Bahn-Grundnetz - Verkehrs-Istzustand in 10 Jahren anders

Wien (SPW-K) - "Ich gebe dem grünen Gemeinderat Maresch hinsichtlich seiner Ausführungen zur Verlängerung der U-Bahnlinie U 6 nach Stammersdorf in einem Punkt Recht: Die U-Bahn-Variante ist teurer als eine Schnellstraßenbahnlinie. Dafür ist sie aber weitaus leistungsfähiger und auf die Lösung der zukünftigen Verkehrsprobleme zugeschnitten. Und die werden nach der EU-Erweiterung sicherlich nicht kleiner, und sich - wie ebenso die Siedlungsstruktur - anders als heute darstellen", stellte der Floridsdorfer SPÖ-Gemeinderat Günther Reiter Mittwoch in einer Replik im Pressedienst der SPÖ Wien zu den Ausführungen von Maresch fest. Die stets wiederkehrenden Argumente der Grünen zum U-Bahnbau hätten sich langfristig in der Praxis stets als kurzsichtig erwiesen. Die Behauptung des Grünpolitikers, Bezirksvorsteher Lehner wolle sich mit diesem Projekt ein Denkmal setzen, wies Lehner als "unsinnig" zurück und bezeichnete sie darüber hinaus als "übliche, nicht ernst zu nehmende Wortfloskel grüner Brachial-Artikulation". ****

Mit den gleichen Argumenten, die heute Maresch verwende, hätten die Grünalternativen schon in den 80er Jahren gegen die Errichtung von U-Bahnlinien in Wien gewettert und mit ihren Forderungen Anfang der 90er Jahre sogar Wahlkampf in Wien bestritten, setzte Reiter fort. Mit Ausnahme der U 3 sei früher keines der U-Bahnprojekte auf Gegenliebe gestoßen. Hätte man auf die Ratschläge der Grünen gehört, gäbe es heute kein so hervorragend funktionierendes U-Bahnnetz in Wien, die Stadt würde im Stau ersticken. Nicht zuletzt sei es der U-Bahn zu verdanken, dass Wien mit 34 Prozent Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel bei allen zurückgelegten Wegen einen besonders hohen Anteil am Modal Split aufweise. "Straßenbahnen hätten niemals den Fahrgastboom auf der U-Bahn bewältigen können, wer Gegenteiliges behauptet, lebt in einem Wolkenkuckucksheim", gab Reiter seiner Überzeugung Ausdruck.

Im übrigen, so Reiter weiter, sei auch die Rechnung von Maresch hinsichtlich der Fahrzeit einer Schnellstraßenbahnlinie vezerrend. Wer rasch in die Stadt oder zur Franz-Josefs-Bahn, Westbahn oder Südbahn wolle, müsste in Floridsdorf umsteigen und verliere dadurch zusätzlich mindestens fünf Minuten. Zähle man die gesamte Wegzeit zu diesen Zielen zusammen, so sehe das von Maresch angeführte Zeitdiagramm völlig anders aus. Sämtliche dieser Ziele, mit Ausnahme der City, wären mit der U 6 von Stammersdorf direkt und ohne Umsteigen zu erreichen. Weshalb eine Straßenbahn, die eine um zumindest 20 Stundenkilometer geringere Höchstgeschwindigkeit, sechs Haltestellen mehr aufweise und zudem einige Hauptverkehrsstraßen queren müsste, nur um zwei Minuten langsamer als die kreuzungsfreie U-Bahn mit nur sieben Stationen sein sollte, sei jedenfalls für ihn schleierhaft, stellte Reiter fest. Sollte sich zudem in zehn Jahren herausstellen, dass die Straßenbahnvariante viel zu kurz greife, wer übernehme dann die Verantwortung für die dann weitaus höheren Kosten einer notwendigen U-Bahnverlängerung? Die Grünen sicher nicht, meinte Reiter abschließend. (Schluss)

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