Wiener Grüne: Teures Denkmal für Floridsdorfer Bezirksvorsteher

Maresch: "U6-Verlängerung bringt für Floridsdorf auch viele Nachteile."

Wien (Grüne) - Der Floridsdorfer Bezirksvorsteher Lehner bedauerte heute in einer Presseaussendung die kritische Haltung der Wiener Grünen zu einer Verlängerung der U-Bahnlinie U6 bis zum Rendezvousberg. Der Umweltsprecher der Wiener Grünen, Gemeinderat Rüdiger Maresch erklärt dazu Folgendes:" Wenn Bezirksvorsteher Lehner behauptet, daß er die Interessen der Floridsdorfer Bevölkerung in dieser Frage vertritt, dann kennt er wohl die Sachlage nicht genau." Die Machbarkeitsstudie des Wiener Magistrats (MA18) belegt, daß die Nachteile eines U-Bahnbaus gegenüber einer Beschleunigung der Straßenbahnlinie 31 eindeutig überwiegen.

Folgende Argumente sprechen für den Ausbau des 31ers als Express-Straßenbahn ("Super-Bim") auf der Brünnerstraße und gegen die Verlängerung der U6:
- Die U6-Verlängerung würde 17x so viel kosten wie die "Super-Bim" (510 Mio. € - 30 Mio. €).
- Die U6-Verlängerung würde nur mehr 7 Stationen haben und der Stationsabstand ca. 810 Meter betragen. Bei der "Super-Bim" gäbe es 13 Stationen mit einem mittleren Stationsabstand von ca. 440 Meter. - Die U6-Verlängerung würde den FloridsdorferInnen frühestens 2013 zur Verfügung stehen. Die "Super-Bim" hingegen könnte bereits 2005 fertig sein.
- Das Intervall wäre in beiden Fällen gleich (2 ½ Minuten) und der Fahrzeitgewinn durch die U-Bahn betrüge lediglich 2 Minuten (Floridsdorf - Rendesvouzberg in 14 bzw. 16 Minuten).

"Wie man nach Vorlage dieser Fakten überhaupt noch für die U6-Verlängerung sein kann, ist mir völlig schleierhaft", wundert sich Maresch. "Für einen Fahrzeitgewinn von 2 Minuten nimmt Lehner für die FloridsdorferInnen eine Reihe von gravierenden Nachteilen in Kauf und behauptet dann auch noch, in deren Interesse zu handeln. In in zehn Jahren können sich die FloridsdorferInnen bei Bezirksvorsteher Lehner bedanken, daß sie nach Einstellung des 31ers in der Brünnerstraße wesentlich weitere Fußwege zu den Stationen zurücklegen müßten. Daß sie acht Jahre länger als notwendig auf Verbesserungen in der Brünnerstraße warten mußten und daß sie bis dahin mit den Unannehmlichkeiten einer fünfjährigen Großbaustelle mit Verkehrsbehinderungen zu leben hätten."

Ein wichtiges Argument gegen die U6-Verlängerung sind natürlich die Kosten. "In Zeiten knapper Budgets will Bezirksvorsteher Lehner offenbar das Geld - natürlich nicht sein eigenes - mit beiden Händen beim Fenster rauswerfen, obwohl er um ein Siebzehntel der U-Bahnkosten einen vergleichbaren ÖV-Ausbau bekommen kann", konstatiert Maresch.

Nicht vergessen darf man auch die negativen Impulse für die Bezirksentwicklung, die diese U-Bahn auslöst. "Die niederösterreichischen Nachbargemeinden Gerasdorf und Hagenbrunn, die von der geplanten Endstelle Rendezvousberg nur einen Steinwurf entfernt sind, werden sich schon jetzt die Hände reiben und bald damit beginnen, Flächen für Gewerbeparks à la SCS umzuwidmen", befürchtet Maresch. "Der damit verbundene Kaufkraftabfluß zum Nachteil der Floridsdorfer Wirtschaft und die weitere Zerstörung der Nahversorgung in Floridsdorf liegt sicherlich auch nicht im Interesse der Floridsdorfer und Floridsdorferinnen," merkt Maresch an. "Diese Entwicklung würde auch zu Verlusten an Arbeitsplätzen in Floridsdorf führen, wie das Beispiel Vösendorf bewiesen hat." Diesen Nachteil der U6-Verlängerung hat übrigens auch die Wiener Wirtschaftskammer in der gestrigen Sitzung der Wiener Stadtentwicklungskommission kritisch erwähnt.

"Es mag in Wien Strecken geben, wo es noch Sinn macht, U-Bahnen zu bauen. Die U6 zum Rendezvousberg zählt sicher nicht dazu. Als Denkmal für Bezirksvorsteher Lehner ist dieses Projekt einfach viel zu teuer und mit zu vielen Nachteilen behaftet", so Maresch abschließend.

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