AKNÖ-Staudinger zur Erweiterung der Ladenöffnungszeiten: "Wozu das Ganze?"

Statt Umsatz-Plus wird es noch mehr Probleme für Handelangestellte geben

Wien (AKNÖ) - In Niederösterreich sind rund 100.000 Handelsangestellte vom neuen Ladenöffnungszeitengesetz ab Juli betroffen, 72% davon sind Frauen. Der Vorsitzende des ÖGB-NÖ, Präsident der NÖ Arbeiterkammer, Josef Staudinger warnt: "Wenn keine Verordnung erlassen wird, können die Öffnungszeiten unter der Woche bis auf 21 Uhr und an Samstagen bis 18 Uhr ausgedehnt werden. Das lehnen wir nach wie vor strikt ab, da dadurch die Handelsangestellen noch mehr belastet würden und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf schlichtweg unmöglich wird."****

Unflexible Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen – wenn überhaupt vorhanden – sind einer der Hauptgründe für die ablehnende Haltung der Arbeitnehmer-Vertreter: "Wo soll etwa eine alleinerziehende Mutter ihr Kind regelmäßig unterbringen, wenn sie bis spät abends – und das sogar samstags – im Geschäft stehen muss", fragt Staudinger. Bis jetzt wäre noch nicht einmal ansatzweise über eine Verbesserung der Rahmenbedingungen diskutiert worden. Das Argument seitens der Wirtschaft, dass der Umsatz gesteigert würde, sei schlicht und einfach nicht wahr. "Also, wozu das Ganze? Es würde lediglich zu einer Verschiebung der Haupteinkaufszeiten kommen," so der AKNÖ-Chef weiter. Dass der Umsatz im Handel stagniert bzw. teilweise rückläufig ist, liegt laut Staudinger an der Belastungspolitik der Bundesregierung, und nicht an den Öffnungszeiten: "Die Leute verdienen weniger Geld und müssen höhere Steuern zahlen. Kein Wunder dass jeder Euro zweimal umgedreht wird."

Für den AKNÖ-Präsidenten gibt es bereits ausreichende Ausnahmeregelungen, "und dabei soll es auch bleiben". Er hofft, dass in NÖ doch vom Recht, das Gesetz per Verordnung im Interesse der vielen Handelsangestellten wieder einzuschränken, Gebrauch gemacht wird. Niederösterreich werde schließlich gern als das Familienland Nummer eins bezeichnet.

Übrigens, bislang hat sich neben Niederösterreich nur die Steiermark für eine vollständige Übernahme des neuen Bundesgesetzes ausgesprochen. In Salzburg und Oberösterreich wurde bereits angekündigt, mittels Verordnung das Gesetz wieder einzuschränken, in den restlichen Bundesländern herrscht noch Unschlüssigkeit. Die AKNÖ hofft jedenfalls, dass in Niederösterreich eine Pro-Arbeitnehmer-Haltung nicht nur angekündigt, sondern auch umgesetzt wird. (Schluss) pp

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