Muttonen: Gehrer nimmt politische Verantwortung im Kulturbereich nicht wahr

Cap kritisiert: "Das ist keine Museumspolitik, Frau Ministerin!"

Wien (SK) Mit scharfer Kritik insbesondere an der
Museumspolitik von Ministerin Gehrer meldeten sich SPÖ-Kultursprecherin Christine Muttonen und der gf. SPÖ-Klubobmann Josef Cap Mittwoch in den Beratungen zum Kapitel Kultur im Budgetausschuss zu Wort. "Die Ministerin nimmt ihre politische Verantwortung im Kulturbereich nicht wahr und lässt jede aktive Museumspolitik vermissen", sagte Muttonen, die in diesem Zusammenhang auf den Raub der "Saliera" im KHM sowie die Neueröffnung der Albertina verwies. Dass Gehrer eine Suspendierung von KHM-Direktor Seipel "nicht einmal angedacht" habe, sondern schon vor Beginn der Untersuchungen "einen Persilschein" ausgestellt habe, rangiere laut der SPÖ-Abgeordneten "irgendwo zwischen Trauerspiel und Operette". "Das ist keine Museumspolitik, Frau Ministerin!", warf Cap Gehrer vor. Der SPÖ-Klubobmann unterstrich, dass es von besonderer Konzeptlosigkeit zeuge, die "sündteuer renovierte" Albertina in eine Art "Mega-Kunstforum" mit "Blockbuster-Ausstellungen" zu verwandeln. In die Wiener Museumslandschaft passe dieses "Konzept" in Anbetracht der vorhandenen Museumsflächen jedenfalls nicht. "Kein Konzept, keine Koordination und mangelnde Sicherheitsvorkehrungen", fasste Muttonen die Kritik der SPÖ zusammen. ****

Zehn Jahre sei die Albertina geschlossen gewesen, und nach der Renovierung sei die weltberühmte grafische Sammlung "wieder nicht zu sehen, denn die ist irgendwo im Keller", so Cap weiter. Albertina-Direktor Schröder spreche in Interviews davon, lediglich den kulturpolitischen Auftrag von Ministerin Gehrer zu erfüllen. Er, Cap, habe nichts gegen moderne Konzepte im Museumsbereich, Kulturpolitik in diesem Bereich könne sich seiner Ansicht nach aber keineswegs darin erschöpfen, Blockbuster-Ausstellungen zu ermöglichen. "Gehrer hat die kulturpolitischen Konsequenzen nicht bedacht", ergänzte Muttonen. Kein vernünftiger Konzern würde solche "Doppelgleisigkeiten bis hin zur Selbstaufgabe" zulassen, wie sie im Museumsbereich vorhanden seien. Durch diese Konzeptlosigkeit sei bereits enormer Schaden am internationalen Ruf entstanden, so die SPÖ-Abgeordnete.

Als "unfassbar" bezeichnete Cap die Vorgänge rund um den Raub der "Saliera" aus dem KHM. "In jedem normalen Haus wäre der Direktor zuerst einmal suspendiert worden", so der gf. SPÖ-Klubobmann. Gehrer habe es vorgezogen, den KHM-Direktor in Schutz zu nehmen, bevor der Raub untersucht werden konnte. Die Ministerin zeigte sich auch in den heutigen Beratungen bzgl. mangelhafter Sicherheitseinrichtungen uneinsichtig. "So kann ein Kunstdiebstahl diesen Ausmaßes nicht gehandhabt werden", schloss Cap. Für die Ministerin bestehe offensichtlich auch kein Anlass darüber nachzudenken, "was eigentlich die Konsequenzen aus diesem Vorfall sein könnten". (Schluss) ml/mm

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