Klestil in NEWS: "Mir mißfällt vieles, was in Österreich vorgeht."

Der Bundespräsident: "Ich bin ein Rufer in der Wüste - Dialog- und Konsensbereitschaft sind verloren gegangen". Präferenz für Verschiebung der Pensionsreform (Zusammenfassung)

Wien (OTS) - Aufgrund mehrerer Anfragen von Kollegen, nochmals die wichtigsten Auszüge des autorisierten Interviews mit Bundespräsidenten Thomas Klestil im neuen NEWS:

Ungewöhnlich starke Worte findet Bundespräsident Thomas Klestil in einem Interview für die morgen erscheinende Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS, das gestern, Dienstag, autorisiert wurde. Klestil äußert sich darin tief besorgt über den Verfall der politischen Gesprächskultur in Österreich. Klestil wörtlich: "Der Dialog und die Konsensbereitschaft sind leider in den letzten Jahren zu kurz gekommen, wenn nicht sogar verloren gegangen." Er selbst werde sich im letzten Jahr seines Amts weiterhin zur Innenpolitik zu Wort melden: "Ob es nun angenehm ist oder nicht, ich werde nicht aufhören, ein Rufer in der Wüste zu sein. Ich befinde mich im letzten Jahr meiner Amtszeit und werde offener denn je Fehlentwicklungen in unserem Land ansprechen und aufzeigen."

Zum generellen Zustand der Republik erklärt Klestil: "Mir mißfällt vieles, was derzeit in Österreich vorgeht."

Was die Pensionsreform betrifft, lässt Bundespräsident Thomas Klestil eine Präferenz für eine Verschiebung durchklingen: "Es kommt auf die Inhalte der Reform an und nicht darauf, ob sie einige Monate früher oder später beschlossen wird."

Klestil nimmt auch zur Kritik an seiner eigenen Person Stellung:
"Diese Diskussion ist würdelos. Vielleicht befinden wir uns schon im Vorwahlkampf zu den Präsidentschaftswahlen 2004. Alle Beteiligten sollten kühlen Kopf bewahren, um die Institutionen der Republik und die österreichische Verfassung nicht zu beschädigen, sondern zu schätzen."

Rückfragen & Kontakt:

Sekretariat NEWS
Chefredaktion
Tel.: (01) 213 12 DW 1103

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NES0007